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DISCUSSION GUIDE
Wir haben hier für Sie Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs), die nach spezifischen Kategorien gefiltert werden können, zusammengestellt. Die Themenliste wird von uns ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht.
Stichwort
CO₂
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WAS IST DIE KEELING-KURVE?
 
Die Keeling-Kurve ist die graphische Darstellung des globalen Konzentrationsverlaufs des Spurengases Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Erdatmosphäre seit dem Jahr 1958. Sie nimmt in der Forschungsgeschichte des Klimawandels einen besonderen Stellenwert ein, da sie als wichtiger Beleg für die – bei ihrer Entstehung nur als Hypothese formulierte – menschlich verursachte globale Erwärmung gilt. Die Keeling-Kurve ist nach Charles David Keeling von der Scripps Institution of Oceanography benannt. Der Wissenschaftler konnte erstmals zeigen, dass die Konzentration des Treibhausgases durch Änderung der Landnutzung und die Verbrennung fossiler Brennstoffe ansteigt. Die Kurve zeigt einen charakteristischen, schwankenden Jahresverlauf, der den Vegetationszyklus der Nordhemisphäre widerspiegelt. Im (Nord-)Frühling und Sommer überwiegt die pflanzliche Aufnahme von CO2, was sich in einem – abhängig vom Ort der Messung zeitverzögerten – Konzentrationsrückgang zeigt. Im Herbst und Winter gibt die Vegetation netto CO2 ab, es kommt zu einem Konzentrationsanstieg.
 
WAS VERSTEHT MAN UNTER DEM ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK?
 
Der CO2-Fußabdruck, im englischen Carbon Footprint, ist das Maß für Emissionen von CO2, die direkt oder indirekt bei der Herstellung eines Produkts insgesamt anfallen oder durch eine Aktivität verursacht werden. Gemessen wird er in CO2-Äquivalenten (CO2-e). Der Carbon Footprint beruht auf dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks. Dieser steht für die Fläche, die notwendig ist, um Nahrung und Kleidung für eine Person zu produzieren und die Energie bereitzustellen, die sie verbraucht. Hinzu kommt der Boden, der für die Entsorgung des Mülls und zum Binden des freigesetzten CO2 benötigt wird. credits | myclymate 2019
 
DIE FILMWIRTSCHAFT UND IHR ÖKOLOGISCHER FUSSABDRUCK
 
Mit einem beträchtlichen ökologischen Fußabdruck gehört die Film-und Medienwirtschaft zu den energieintensivsten Branchen, die Tendenz wird als steigend eingeschätzt. Eine von der Britischen Akademie der Film- und Fernsehkunst BAFTA/ Albert 2012 durchgeführte Studie in Großbritannien zeigt, dass allein die Film- und Fernsehproduktion in London für die Emission von 125.000 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich ist. Das ist in etwa so viel, wie Flugzeuge während knapp 16.000 Hin- und Rückflügen von Europa nach Neuseeland ausstoßen. credits | BAFTA | Albert One Year Report | 2012
Bei einem Big-Budget-Film aus Hollywood fallen in etwa 670 Tonnen Müll an. Nur der Bereich Mobilität liefert schon enorme Werte an Schadstoffemissionen, kann aber bei effizientem und nachhaltigem Umgestalten von Anreisen und Transporten großes Einsparpotential liefern.
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Die Britische Akademie der Film- und Fernsehkunst (BAFTA) berechnete in einer Studie von 2014 den CO2-Fußabdruck pro Stunde Laufzeit von Filmproduktionen. Hierfür wurden insgesamt 820 Produktionsdaten in einer eigenen CO2-Emissionen-Datenbank zusammengetragen und nach bestimmten Produktionskategorien gewertet. Das Ergebnis lässt deutliche Trends und Unterschiede auf Grund der Herstellungsmethode sowie in den Film-Genres erkennen. Beim Ausstoß von Schadstoffen liegt der Langspielfilm, ob on Location oder im Studio gedreht, an vorderster Stelle. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
Die Spielfilmsparten Komödie und Drama generierten laut der BAFTA-Erhebung am meisten Tonnen CO2 pro Stunde Spieldauer. International gedrehte Dokumentarfilme kommen auf unter 10 Tonnen CO2 pro Stunde Laufzeit, wogegen Produktionen für Nachrichtensendungen und Unterhaltungsshows maximal bis zu 5 Tonnen CO2 pro Stunde Laufzeit erzeugen. Die Erhebung zeigt auch, dass die Sektoren Produktionsbüro und Transporte mit Unterbringung die am stärksten emittierenden Bereiche in der Herstellung pro Stunde Spieldauer sind. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
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ZAHLEN ZUR DURCHSCHNITTLICHEN CO₂-EMISSION IN EUROPA
 
Nach Berechnungen des deutschen Umweltbundesamtes verursacht jede/r EU-Bürger/in pro Jahr im Durchschnitt Emissionen im Umfang von etwa 9 Tonnen CO2-Äquivalenten. Deutschland liegt mit 11,5 Tonnen über dem Durchschnitt. Österreich rangiert mit 9,7 Tonnen knapp darunter. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Jahresemission in Indien beträgt 1,6 Tonnen. Rechnet man die erlaubte Gesamtmenge der CO2-Emissionen auf den einzelnen Menschen um, stünde jeder/m ein ›klimaverträgliches Jahresbudget‹ von lediglich 2,3 Tonnen CO2 zu. credits | UBA | EEA - Europäische Umweltagentur 2019
 
WAS SIND CO₂-ÄQUIVALENTE?
 
CO2-Äquivalente (CO2e) sind die Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Neben Kohlendioxid (CO2) gibt es Treibhausgase wie Methan oder Lachgas. Die verschiedenen Gase tragen nicht in gleichem Maße zum Treibhauseffekt bei, sie verbleiben unterschiedlich lange in der Atmosphäre. Um die Wirkung der diversen Treibhausgase vergleichbar zu machen, hat der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) anhand regelmäßig aktualisierter Umrechnungsfaktoren einen Index definiert. Treibhausgasemissionen können so in CO2-Äquivalente umgerechnet und zusammengefasst werden. CO2-Äquivalente werden mit der Abkürzung ›CO2e‹ bezeichnet. credits | myclimate 2019 | IPCC 20012/2013
 
WELTWEITER ANSTIEG DES FOSSILEN CO₂-AUSSTOSSES 1999 – 2019
 
Die Grafik zeigt den globalen CO2-Anstieg von insgesamt 3,9% im Zeitraum von 1999 bis 2018 und prognostiziert eine weitere Zunahme der Emissionen um 0,6% CO2 im Jahr 2019. Das sind insgesamt weit über 35 Gigatonnen CO2, die global im Jahr produziert werden.
Um das 1,5 °C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, müssten die THG-Emissionen laut Info-Grafik bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts auf Netto-null sinken.
credits | Global Carbon Project 2019
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WAS BEDEUTEN CO₂-KOMPENSATION UND EMISSIONSHANDEL?
 
Die CO2-Kompensation ist eine Möglichkeit nicht vermeidbare THG-Emissionen durch freiwillige Unterstützung von Klimaschutzprojekten auszugleichen. Länder und Unternehmen kompensieren ihre Emissionen über den Handel mit Klimazertifikaten, die zum Ausstoß einer bestimmten Menge Treibhausgas berechtigen. Das können sie unter anderem tun, indem sie in Klimaprojekte in Entwicklungsländern investieren beziehungsweise deren Klimazertifikate erwerben. Damit werden nur schwer oder nicht vermeidbare Emissionen durch die Finanzierung an anderen Orten durchgeführter Maßnahmen ausgeglichen. Der gesamte Treibhausgas-Ausstoß bleibt hierbei jedoch gleich. Klimakompensation bewirkt also keine Emissionsminderung und wird daher oft – im Vergleich zur Emissionsvermeidung – als nachrangiges Instrument des Klimaschutzes angesehen. Die Klimaerwärmung kann nur aufgehalten werden, wenn alle, an erster Stelle die Menschen und Unternehmen in den Industrieländern, ihren CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. credits | Stiftung myclimate | Utopia
 
WIE FUNKTIONIERT CO₂-KOMPENSATION?
 
Der Tourismus trägt erheblich zur Klimaerwärmung bei. Der höchste Anteil Tourismus-bedingter Emissionen stammt aus dem Flug- und Autoverkehr. Zahlreiche Klimaschutzprojekte bieten die Möglichkeit der Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen an. Mittels CO2-Rechner und bestimmten Reisedaten (Reiseziel und Verkehrsmittel) wird der CO2-Ausstoß ermittelt, darauf basierend der zu zahlende Preis, um die Emission zu „neutralisieren“. Die Kompensationszahlungen fließen Klimaschutzprojekten zu, die darauf ausgerichtet sind, Treibhausgase zu binden.
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Klima-Kompensationsprojekte
 
DIE EMAIL ALS ERZEUGERIN VON TREIBHAUSGASEN?
 
›Wenn das Internet ein Land wäre, würde es in der Rangliste der Energieverbraucher ungefähr den dritten Platz belegen, also gleich hinter China und den USA‹, besagt ein Statement von Greenpeace im Zusammenhang mit Internet-bedingtem Treibhauseffekt. Tatsächlich ist der Versand von Emails ein häufig unterschätzter Verursacher von Treibhausgasen. Laut einer Erhebung von France Télévisions (2018) produziert ein Angestellter bei durchschnittlichem Email-Verkehr pro Tag die gleiche Menge Treibhausgase wie eine 11 Kilometer lange Autofahrt. Dazu kommen ca.12 Liter Wasser für die Kühlung von Servern. Eine durchschnittliche Email verursacht etwa 10 Gramm Kohlenstoffdioxid. Das entspricht der Klimabilanz einer Plastiktüte. Die Rechenzentren, in denen die Server gelagert werden, sind hier die Ursache für die Entstehung der Treibhausgase. Der Energieverbrauch für das Hochfahren und die Kühlung der Geräte soll einer Recherche von Data Economy USA zufolge im Jahr 2015 bereits ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs ausgemacht haben. Die großen Internet-Giganten und Suchmaschinen-Anbieter gelten allerdings auch als Wegbereiter für die Verwendung erneuerbarer Energien. Sie rüsten für die Versorgung der immer moderneren Rechenzentren verstärkt auf Solar- und Windenergie um. credits | ARTE Frankreich 2018
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The Shift Project - digitale Verschmutzung
 
DIE DIGITALE VERSCHMUTZUNG
 
Wenn es um Umweltverschmutzung geht, denkt man nicht sofort an das Internet, dabei stößt es in einem Jahr so viel CO₂ aus wie ganz Deutschland. Es basiert es auf einer starken physischen Infrastruktur und ist weit davon entfernt, rein virtuell zu sein. Ein ganzes Netzwerk von Kabeln, Rechenzentren und gekühlten Servern mit beträchtlichem Energieverbrauch untermauert das Funktionieren des Internets.
Eine vom ›The Shift Project‹ durchgeführte Fallstudie über die Nutzung von Online-Videos und Streamings im Zusammenhang mit der Klimakrise hat ergeben, dass die digitale Technologie bereits 4% des gesamten THG-Ausstoßes verursacht - mehr als die zivile Luftfahrt verursacht - mit der Prognose bis 2025 die 8%-Marke zu erreichen. Online Videos beinhalten eine enorme Anzahl von Daten. Zehn Stunden HD-Videos enthalten mehr Daten als die gesamten Wikipedia -Texteinträge in englischer Sprache.
Das Shift-Projekt ist eine französische gemeinnützige Think Tank Organisation, die sich für die Energiewende in Europa einsetzt, um den Klimawandel zu bremsen aber auch die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu verringern. credits | The Shift Project |Report 2019
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WELCHES SIND DIE ›HOTSPOTS‹ DER UMWELTAUSWIRKUNGEN BEIM FILM?
 
Die Berechnung der Schadstoffemissionen mittels CO2-Rechner lässt die am stärksten klimarelevanten Bereiche, die sogenannten ›Hotspots‹, schnell erkennen und eine Bilanz ziehen. Auch wenn jede Produktion auf Grund ihrer Herstellungsweise individuell zu betrachten ist, kann in der Regel folgendes Ranking im Schadstoff-Ausstoß abgeleitet werden: 1. Mobilität | Unterbringung | Transporte und Transfers für Team und Technik 2. Produktionsbüro | Strom, Klima, Geräte, Materialverbrauch 3. Production Design | Materialien 4. Postproduktion | Digitale Bearbeitung, Speichermethoden 5. Energie am Set | Technik- und Licht-Equipment 6. Catering 7. Müll | Management und Entsorgung Die Sektoren Mobilität mit Unterbringung sowie Produktionsbüro sind die am intensivsten emittierenden Bereiche in der Filmherstellung und bieten das größte Einsparungspotenzial bei einer Umstellung auf Green Producing. credits | GreenFilmTools 2019
 
CO2-WERTE IN DEN EINZELNEN PRODUKTIONSBEREICHEN
 
Im Jahresbericht von 2015 des belgischen Vlams Audiovisuell Fonds FAV wurden die Schadstoffemissionen auf Basis einzelner Arbeitsbereiche in der Herstellung von Spielfilmen errechnet. Es wurde nach den Segmenten Personentransport, Materialien, Postproduktion, Equipment-Transport, Unterkünfte, Catering, Stromverbrauch am Set sowie im Produktionsbüro, Energieverbrauch zur Wärmezufuhr differenziert. Die am meisten Schadstoffe ausstoßenden Bereiche sind demnach Mobilität, Materialien und Postproduktion und zeigen hier das größte Einsparungspotential. Dem Jahresbericht zu Folge wurden für die Spielfilm-Herstellung im Jahr 2015 im Durchschnitt 54,41t CO₂ bzw. 27,9 kg CO₂ per 1.000 € Herstellungskosten emittiert. Die Sektoren Mobilität mit Unterbringung sowie Produktionsbüro als am intensivsten emittierenden Bereiche der Filmherstellung bieten auch das größte Einsparungspotenzial bei einer Umstellung auf Green Producing.
credits | Vlams Audiovisuell Fonds | e-Mission year report 2015
 
WAS KANN EIN CO2-RECHNER?
 
Mit Hilfe eines CO₂-Rechners werden THG-Emissionen errechnet. Öffentliche Einrichtungen ermöglichen für Unternehmen aber auch für Privatpersonen das Berechnen von CO₂-Emissionen mittels eines Online-CO₂-Rechners. Durch Eingabe von Verbrauchswerten in Kategorien wie Strom, Wärme, Mobilität oder Konsum entsteht eine Übersicht über den eigenen CO₂-Verbrauch. Dadurch können die ›Hotspots‹ definiert und Einsparungspotentiale sowie Handlungsstrategien abgeleitet werden. Die Ergebnisse werden automatisch in Form von CO₂-Äquivalenten (CO₂ in t) ausgewiesen.
 
DER CO₂-RECHNER ALS BASIS-TOOL FÜR GREEN FILMING
 
Die Berechnung einer CO₂-Bilanz ist ein wesentlicher Baustein im unternehmerischen Klimaschutz. Nach dem Motto ›Was man nicht berechnen kann, kann auch nicht gemanagt oder reduziert werden‹. In der Planung erfasst man die aktuellen CO₂-Emissionen, die u.a. durch Strom und Wärme, Mobilität und Nächtigungen des Teams, durch Catering und Ausstattung, Motivgestaltung und Kulissenbau verursacht werden. Alle Aktivitäten rund um die Produktion lassen sich in der Planungsphase als SOLL-Daten und nach Abschluss der Dreharbeiten als IST-Daten erfassen. Diese Daten können abschließend in einem Bericht zusammengefasst werden, der die Planungsdaten mit den tatsächlichen IST-Daten nach Fertigstellung der Produktion vergleicht. Auf Basis dieser Hintergrundberechnung wird die gesamte Filmproduktion auf ihre klima- und umweltrelevanten Aktivitäten und Verbrauche gescreent. Dabei werden die sogenannten ›Hotspots‹, i. e. die Bereiche Energie, Transport und Mitarbeitermobilität, Administration, Materialien, Verpflegung und Abfälle, analysiert und Potenzial zu deren Reduktion identifiziert. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
WO FINDE ICH FILMSPEZIFISCHE (ONLINE-) CO₂-RECHNER?
 
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DER CO₂-RECHNER FÜR FILM- UND TV-PRODUKTION IN ÖSTERREICH
Mit dem kostenfreien, filmspezifischen CO₂-Rechner der LAFC lässt sich der ökologische Fußabdruck jedes einzelnen Departments einer Film- und TV-Produktion einfach berechnen. Der einzige CO₂-Rechner für Kino & TV in Österreich wurde von KlimAktiv in Kooperation mit der LAFC entwickelt und kann auf der LAFC-Website abgerufen werden. Durch Hinterlegung von Österreich-spezifischen Berechnungsfaktoren adaptiert, können mit dem ursprünglich für die deutsche Filmförderstelle MFG entwickelten Rechner somit auch für die hiesige Filmbranche repräsentative Daten erzielt werden. Im deutschsprachigen Raum kann dieser Rechner somit auch in Hinblick auf Co-Produktionen als Instrument für eine möglichst einheitliche Erhebung von relevanten Daten gelten.
In der Planung werden hierfür die aktuellen CO₂-Emissionen erfasst, die u.a. durch Strom und Wärme, Mobilität und Hotelübernachtungen des Teams, Catering und Ausstattung verursacht werden. Alle Aktivitäten rund um die Produktion lassen sich in der Planungsphase als SOLL-Daten und nach Abschluss der Dreharbeiten als IST-Daten erfassen. Diese Daten können abschließend in einem Bericht zusammengefasst werden, der die Planungsdaten mit den tatsächlichen IST-Daten nach Fertigstellung der Produktion vergleicht. Durch die Eingabe der Verbrauchswerte in die entsprechenden Kategorien entsteht eine Übersicht über den CO₂-Verbrauch. Die Berechnung der Schadstoffemissionen mittels CO₂-Rechner lässt die am stärksten klimarelevanten Bereiche des Filmprojektes, die sogenannten ›Hotspots‹, schnell erkennen. So können Einsparungspotentiale verortet sowie Handlungsstrategien für eine nachhaltig ausgerichtete Filmproduktion abgeleitet werden. Nach Herstellungsende wird eine Bilanz gezogen, die als Teil des bald verpflichtenden Abschlussberichtes für Filmförderinstitutionen Verwendung findet. ›Die Sektoren Mobilität mit Unterbringung sowie Produktionsbüro sind die am intensivsten emittierenden Bereiche in der Filmherstellung und bieten das größte Einsparungspotenzial bei einer Umstellung auf Green Producing‹, so Philip Gassmann, internationaler Green Filming Experte und enger Kooperationspartner der LAFC.
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EIN CO₂-RECHNER FÜR GANZ EUROPA?
Die Entwicklung eines europäischen CO₂-Rechners für die Filmindustrie wird seit Jahren im grünen Netzwerk diskutiert. Ansätze wie das Projekte ›Eureka‹ lassen erkennen, dass spezifische Länderkennzahlen bei der CO₂-Berechnung keinesfalls zu vernachlässigen sind, um vergleichbare Daten zu erzielen. Die Umsetzung einer länderübergreifenden Datenerhebung in Europa, die seitens der EU angestrebt wird, ist derzeit etwa auch durch die vielfältigen Filmkulturen der Mitgliedsländer, dem stark variierenden Status Quo bei der Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit beim Film und nicht zuletzt den zuarbeitenden Dienstleistungssektor betreffend (Transport, Know-how, Energie, u.v.m.) stark reglementiert. Daher gilt ein verpflichtender, europaweiter CO₂-Rechner zum jetzigen Zeitpunkt als wenig sinnvolles Instrument für die gesamteuropäische Medienlandschaft. Der aktuelle Ansatz seitens der EU ist vielmehr, die Länder zu animieren, spezifische Daten für ihre Region mit eigenen Rechnern zu sammeln und in Zukunft an die EU, ähnlich wie beim Gender-Reporting, zu übermitteln.
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CO₂-RECHNER ANDERER FILMLÄNDER
In Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und den USA stehen Filmproduktionen filmspezifische CO₂-Rechner online zur Verfügung.
 
FACTS & FIGURES
 
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TEMPERATURANSTIEG IN ÖSTERREICH VON 1901 - 2018
Jeder Streifen repräsentiert die Durchschnittstemperatur eines Jahres. Die Farbveränderung von vorwiegend blau in vorwiegend rot veranschaulicht den Anstieg der Durchschnittstemperatur in Österreich von ca. 2 Grad Celsius seit Beginn der Industrialisierung.
© credits | Berkeley Earth | Umweltbundesamt Österreich
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GLOBALE ERDERWÄRMUNG VON 1900 - 2016
Globale Temperaturanomalien geordnet nach Ländern in den Jahren 1900 - 2016 laut NASA GISS Surface-Daten. Das NASA Goddard Institute for Space Studies, an der Columbia University in New York City, ist Bestandteil der Abteilung für Erd-Sonne-Beobachtung am Goddard Space Flight Center sowie des Earth Institute. Das GISS konzentriert sich besonders auf Forschung zur globalen Erwärmung.
Video licence | Antti Lipponen(@anttilip)
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ÖKOLOGISCHER FUßABDRUCK DES FILMS NACH GENRES
Die Spielfilmsparten Komödie und Drama erzeugen am meisten Tonnen CO₂ pro Stunde Laufzeit. International gedrehte Dokumentarfilme emittieren weniger als 10T CO₂ pro Stunde Laufzeit, Produktionen für Nachrichtensendungen und Unterhaltungsshows nur maximal bis zu 5T CO₂ pro Stunde Laufzeit. Die Sektoren Produktionsbüro und Transporte mit Unterbringung sind die am stärksten emittierenden Bereiche in der Herstellung pro Stunde Laufzeit sind. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
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DURCHSCHNITT DER CO2-EMISSIONEN IN EUROPA
Jährlicher Durchschnittsausstoß jede/r EU-Bürger/in pro Jahr sind 9T CO2. Deutschland liegt mit 11,5T über dem Durchschnitt. Österreich mit 9,7T knapp darunter. Zum Vergleich: die Pro-Kopf-Jahresemission in Indien beträgt 1,6T. Rechnet man die erlaubte Gesamtmenge der CO2-Emissionen auf den einzelnen Menschen um, würde jede(r) ein ›klimaverträgliches Jahresbudget‹ von lediglich 2,3T CO2 erhalten. credits | UBA | EEA - Europäische Umweltagentur 2019
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GLOBALER CO2-ANSTIEG VON 1999 BIS 2018
Der globale CO2-Anstieg von 1999 bis 2018 beträgt insgesamt 3,9% mit Prognose von zusätzlichen 0,6% CO2-Ausstoß bis 2019. Das sind insgesamt weit über 35GiT CO2, die global im Jahr emittiert werden. Für das Erreichen des 1,5-Grad Celsius-Zieles des Pariser Abkommens müssten die THG-Emissionen bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf netto-null sinken. credit | Global Carbon Project 2019
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DIE STÄRKSTEN SCHADSTOFF-EMITTIERENDEN PRODUKTIONSBEREICHE
Das größte CO2-Einsparungspotential liegt in dem Segment Mobilität mit 28% gefolgt von Bau-Materialien und Postproduktion laut Jahresbericht des VAF 2015. credits | Vlams Audiovisuell Fonds | e-Mission year report 2015
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HOT-SPOTS IN DER CO2-EMISSION PRO PRODUKTIONSBEREICH
credits | BAFTA | Albert Consortium ›Year One Report‹ 2012
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DER UNTERSCHIED ZWISCHEN CNG/LNG und LPG-FAHRZEUGEN
Diese Grafik veranschaulicht den grundlegenden Unterschied zwischen CNG/LNG und LPG. CNG bedeutet Compressed Natural Gas, es handelt sich um Erdgas bzw. Biogas. LPG bedeutet Liquefied Petroleum Gas, es wird auch als Flüssiggas oder Autogas bezeichnet.
credit | Magazin Die Autoseiten | Infografik
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FUNKTIONSWEISE BRENNSTOFFZELLE - WASSERSTOFFANTRIEB
Energieumwandler: Um die im Wasserstoff gespeicherte Energie umzuwandeln, wird dieser in der Brennstoffzelle aufgespalten. Dabei entstehen elektrische Energie und Wasserdampf.
credit | Technikmagazin Krafthand | Aufbau und Arbeitsweise einer Wasserstoff-Brennstoffzelle