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Green Filming Projekt ROSE im Wettbewerb um den Goldenen Bären Berlinale 2026
© Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz
GREEN FILMING PROJEKT ROSE IM WETTBEWERB UM DEN GOLDENEN BÄREN BERLINALE 2026
WELTPREMIERE AUF DER 76. BERLINALE
Als österreichisch-deutsche Koproduktion ist ROSE ein länderübergreifendes Green Filming Projekt und feiert seine Weltpremiere im Wettbewerb um den Hauptreis der 76. Berlinale, den Goldenen Bären 2026. Wir freuen uns, dass wir das Projekt als europäisches Kompetenzzentrum für Green Filming unterstützen konnten. ROSE ist die Geschichte einer Frau im 17. Jahrhundert, die bis zu ihrer Entdeckung als Mann verkleidet ein guter Bürger sein will. Sie tut nichts anderes als alle anderen, ausser dem Umstand, dass sie unter Vorgabe einer falschen und männlichen Identität ein Erbe angetreten hat, das nicht das ihre ist. Doch die Vorteile des Lebens in der Identität eines Mannes fordern ganzen Einsatz.
GREEN FILMING & CONSULTANCY | PROJEKTPROFIL
Koproduktionsländer: AT | DE Nationale Filmförderung: ÖFI | ÖFI+ | Filmfonds Wien | Land Niederösterreich Internationale Filmförderung: BKM | FFA | MDM | NRW | MBB | FFF Bayern | MOIN | DFFF | Eurimages Koproduktion: Schubert Füm | AT und ROW Pictures & Walker & Worm | DE Regie: Markus Schleinzer Green Film Consultant: Ingo Ehrlich Österreichischer Kinostart: 17. April 2026
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FRÜHZEITIGE PLANUNG MIT GREEN FILM CONSULTANCY IN DER ENTWICKLUNG UND IN DER HERSTELLUNGSPHASE
Green Film Consultant Ingo Ehrlich wurde bereits im Vorfeld in den Produktionsprozess eingebunden. Dadurch konnten viele wichtige Ankerpunkte frühzeitig definiert und strategisch sinnvoll eingeplant werden. Der Kontakt zur österreichischen Produktionsseite war bereits in frühen Entwicklungsstadien des Projekts hergestellt worden.
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REISEN & TRANSPORT
Ein Problem stellte die eingeschränkte Verfügbarkeit passender Mietfahrzeuge dar, insbesondere im ländlichen Raum, wo der Großteil der Dreharbeiten stattfand. Zwar wurde versucht, Fahrgemeinschaften zu organisieren, dies war aufgrund der örtlichen Gegebenheiten begrenzt realisierbar. Beim Thema Flüge wurde bei jeder Reise eingehend geprüft, ob eine Bahnfahrt möglich ist, diese Option wurde so oft wie möglich gewählt. Bei österreichischen Teammitgliedern, die nach Deutschland anreisen mussten, wurde ebenfalls möglichst Zugreisen gebucht. Dies war aufgrund straffer Produktionspläne nicht immer realisierbar. Das Angebot an Hybrid- und Elektro-Autos in den benötigten Fahrzeugklassen war vor allem in Österreich oft nicht ausreichend. Ein 9-Sitzer mit Hybrid- oder Elektro-Antrieb war für den Drehzeitraum nicht verfügbar. Die grundlegende Vorgabe, umweltfreundlichere Reisemöglichkeiten zu wählen, führte etwa am Nachdrehtag zur Entscheidung, Personen- und Equipment-Transport mit einem einzigen Wagen zu realisieren. Beim Hauptdreh im Harz war die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs keine praktikable Option. Dennoch wurden alle Reisen, die termingerecht umgesetzt werden konnten, mit der Bahn durchgeführt. Die Beteilung zweier koproduzierenden Ländern ergab beim Hot Spot Reisen ein Problem: Nach deutschem Regelwerk dürfen Flugreisen nicht stattfinden, sofern die zugehörige Bahnfahrt weniger als fünf Stunden beträgt. Im österreichischen Regelkatalog hingegen sind Flüge unter 500 Kilometern nicht gestattet. Die Hauptflugstrecke der Porduktionsstandorte Wien und Leipzig stellte hier einen Grenzfall dar, da die Bahnfahrt knapp sieben Stunden dauert und daher nach deutschen Vorgaben eine Flugreise zulässig ist.
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WASTEMANAGEMENT
Für die gesamte Produktion wurde Müll soweit wie möglich vermieden bzw. korrekt zu getrennt. Beim Dreh in Niederösterreich wurde im Crew-Van ein Mülltrennungssystem eingerichtet. Alle Beteiligten wurden darauf hingewiesen, Abfall entsprechend den klaren Vorgaben zu trennen. Der gesammelte Müll wurde nach Drehschluss fachgerecht entsorgt.
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STROM
Während der Drehtage in Österreich wurde kein Generator eingesetzt. Stattdessen setzte das Team auf eine technische Lösung mit nachhaltigen Batterien, die die Energieversorgung zuverlässig und umweltfreundlich gewährleisteten. Eine Entscheidung, die den CO₂-Fußabdruck weiter minimierte und die Vorgaben für umweltfreundliche Energieversorgung erfüllte.
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AUSSTATTUNG
SETDESIGN. SETBAU. Im Vorfeld wurde besonderer Wert auf die nachhaltige Auswahl der Materialien gelegt. Die Art der Verwendung von Bauholz wurde bereits stark im Vorfeld diskutiert, da der Einkauf großer Mengen an Holz für das Hauptmotiv notwendig war. Hierzu sind die Vorgaben in Deutschland und Österreich verschieden. Während in Deutschland FSC- und PEFC-Siegel anerkannt werden, beschränkt Österreich auf das FSC-Siegel. Ein großer Posten waren Dachschindeln. Entweder FSC-zertifiziert aus dem entfernten Ausland, oder PEFC- zertifiziert aus Österreich. Hier wurde der transportärmeren Variante aus Österreich zugestimmt. Auch beim Setbau wurde großer Wert daraufgelegt, Abfall zu vermeiden. Tatsächlich entstand kaum Müll, da wesentliche Teile des Sets erhalten bleiben konnten. Auch andere Elemente können für zukünftige Produktionen oder alternative Zwecke wiederverwendet werden. KOSTÜMDESIGN. In der Umsetzung wurde darauf geachtet, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sowie alle relevanten Kriterien ökologischer Maßnahmen zu berücksichtigen. Die Tatsache, dass es sich um einen historischen Film handelte, erforderte entsprechenden Fokus. Externe Fundi sowie Second-Hand-Kleidung aus verschiedenen Quellen kamen erfolgreich zum Einsatz, um die Vorgaben der Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. Der Anteil neu gekaufter Kostüme lag unter unter 20 %.
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BÜROMASSNAHMEN
Wie bei alle anderen Kriterienfeldern wurde das Team auch in diesem Bereich bereits im Vorfeld sensibilisiert. Im Produktionsbüro wurde während des Drehs in allen Bereichen nach ökologischen Gesichtspunkten genau geplant und dementsprechend umgesetzt. Grundsätzlich wurden alle Dokumente und Dispos digital bereitgestellt. Ausdrucke mussten explizit ›bestellt‹ werden, was zu einer erheblichen Reduktion des Papierverbrauchs führte. Diese Maßnahme trug entscheidend dazu bei, die Umweltfreundlichkeit der Produktionsabläufe zu erhöhen. Nachdem der Hauptteil der Dreharbeiten in Deutschland stattfand, trifft dies auf das Büro in Wien umso mehr zu. Wenn hier etwas gedruckt werden musste, etwa wichtige Dokumente zum Versand, wurde stets Recyclingpapier verwendet.
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KOPRODUKTION
Ein zentrales Thema war die Abstimmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen zwischen Deutschland und Österreich. Es war für die Produktion anfänglich unklar, welche Regelungen in welchem Land Anwendung finden und somit bindend sind. Hier zeigte sich erneut der Bedarf an europaweit einheitlichen Standards – beispielsweise bei der Anerkennung von Zertifikaten für Holz. Ein weiteres Beispiel für die Unterschiede zwischen den Systemen in Deutschland und Österreich ist aktuell mit Stand Anfang 2026 die Unterscheidung bei der Regelung von Flügen: In Deutschland wird nach der Dauer der zugehörigen Bahnfahrt geschaut, in Österreich hingegen richtet sich die Bewertung nach der Entfernung. Im österreichischen System betrachtet die Produktion die Kommunikationspflicht mit den Dienstleistungsbetrieben als positiven Aspekt. Diese Maßnahme sensibilisiert beide Seiten – die Produktionsunternehmen sowie die Dienstleister:innen. Mit der Folge, dass die dadurch erzielte Sensibilisierung langfristig zu einem erweiterten Angebot nachhaltiger Optionen führt. Die Berücksichtigung der individuellen Ansätze grüner Filmförderung in mehreren Ländern kann sich erfahrungsgemäß für die/den Green Film Consultant als aufwendig und bürokratisch erweisen. Eine einheitliche Entscheidung für ein Regelwerk im Vorfeld wäre für die Green Film Consultancy und das gesamte Projektteam daher wünschenswert. Verschiedene Regelwerke sollten aus Gründen des Qualitätserhalts bestmöglich berücksichtigt werden können. Die Arbeit mit beiden unterschiedlichen Green Filming Systemen in Österreich und Deutschland bringt somit sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Die Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Ansätzen bieten wertvolle Impulse für zukünftige Projekte, insbesondere in Bezug auf Sensibilisierung, Kommunikation und die Identifikation ökologischer Verbesserungsmöglichkeiten und deren zukunftsnaher Realisierung.
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FAZIT: LEARNINGS
Insbesondere bei internationalen Koproduktionen ist es essenziell, sich frühzeitig und intensiv mit den jeweiligen Rahmenbedingungen und Standards der beteiligten Länder auseinanderzusetzen. Nur so kann ein einheitlicher und effizienter Nachhaltigkeitsansatz gewährleistet werden. Die frühzeitige Koordination und der offene Austausch aller Partner:innen sind hierbei von größter Bedeutung. Hervorzuheben ist bei diesem Projekt die sehr gute Kommunikation zwischen dem ÖFI Green Filming Department und dem zuständigen Green Film Consultant. Klärungen und Absprachen konnten schnell und gezielt umgesetzt werden. Innerhalb des gesamten Teams herrschte eine durchweg positive Grundhaltung gegenüber den Green Filming-Maßnahmen. Gesprächsangebote und fachlicher Austausch mit dem Green Consultant wurden von vielen Teammitgliedern aktiv wahrgenommen. Besonders erfreulich war die zunehmende Offenheit gegenüber pflanzenbasierter Ernährung: Die Nachfrage nach vegetarischem und veganem Essen war überdurchschnittlich hoch. Auch auf österreichischer Seite war die Kommunikation mit dem Green Consultant sehr konstruktiv, die ökologischen Maßnahmen wurden gut angenommen. Dies betrifft unter anderem die Bereitschaft, die Bahn für die Reise zum Produktionsstandort in Deutschland zu wählen oder Fahrgemeinschaften zu bilden, so oft dies möglich und realisierbar war. Der digitale Workflow lief ohne Hindernisse und die Notwendigkeit von Ausdrucken wurde im Produktionsalltag auf ein Minimum reduziert. Green Film Consultant Ingo Ehrlich: ›ROSE ist – neben all seinen künstlerischen Qualitäten – ein Film, der unter Einhaltung der deutschen und österreichischen ökologischen Standards realisiert wurde. Die Kombination beider Regelwerke hat gezeigt, wie wirkungsvoll eine konsequent nachhaltige Filmproduktion sein kann. Eine wertvolle und positive Erfahrung, diese Produktion als Green Film Consultant länderübergreifend zu begleiten. Besonders beeindruckt hat mich die Bereitschaft des gesamten Teams, ökologische Vorgaben nicht nur als sogenannte ‚Pflichten‘ abzuarbeiten, sondern über die Anforderungen hinaus auch proaktiv und konstruktiv ökologische Verantwortung zu übernehmen.‹