Wir nutzen Cookies für einen hochwertigen Website-Service. Einige sind dafür essentiell,
während andere den Umfang des Serviceangebots erweitern. Ob Sie die essentiellen
Cookies um funktionelle erweitern wollen, bestimmen Sie hier:
Unbedingt erforderliche Cookies sind nötig, um die Standardfunktionalität der Website
zu gewährleisten. Diese Cookies ermöglichen Ihnen Funktionen wie die Nutzung der
Merkliste oder ein sicheres Einloggen in den Evergreen Prisma Account.
Funktionell
Funktionelle Cookies werden für das erweiterte Service der Website
benötigt: Vimeo | YouTube | Google Maps
AUSWAHL AKZEPTIEREN
Cookies
Diese Seite nutzt folgende Website-Technologien von Dritten, um Ihnen ein Service
auf hohem Niveau anbieten zu können: Vimeo | YouTube | Google Maps
Sie können der Verwendung dieser externen Dienste zustimmen oder sie
unter ›Einstellungen‹ persönlich konfigurieren.
Wir nutzen Cookies für einen hochwertigen Website-Service. Einige sind dafür essentiell,
während andere den Umfang des Serviceangebots erweitern. Ob Sie die essentiellen
Cookies um funktionelle erweitern wollen, bestimmen Sie hier:
Unbedingt erforderliche Cookies sind nötig, um die Standardfunktionalität der Website
zu gewährleisten. Diese Cookies ermöglichen Ihnen Funktionen wie die Nutzung der
Merkliste oder ein sicheres Einloggen in den Evergreen Prisma Account.
Funktionell
Funktionelle Cookies werden für das erweiterte Service der Website
benötigt: Vimeo | YouTube | Google Maps
THE VILLAGE NEXT TO PARADISE | INTERNATIONAL GREEN FEATURE FILM MIT 133 MINUTEN
GREEN FILM CONSULTANT VASSILI FIRSOV | REGIE MO HARAWE | UN CERTAIN REGARD | INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE CANNES MAI 2024
Die Arbeit professioneller Green Film Consultancy erfordert es, individuelle Zugänge zum jeweiligen Projekt zu finden. Die Einschätzung, welche Maßnahmen für die Umsetzung in Hinblick auf das Setting und die zugrundeliegende Zielvorgabe für Green Filming sinnvoll und wirksam sind, welche Bausteine eine solche Umsetzung braucht, ist essentiell. Daher ist die Einbindung von Green Film Consultants zum frühestmöglichen Zeitpunkt ab der Vorproduktionsphase auch so wichtig für das gesamte Green Filming Projekt.
Das Bewusstsein aller Beteiligten für die Nachhaltigkeitspraxis wächst, die europäische Filmbranche befindet sich in einem grundlegenden Lernprozess. Als internationales und komplexes Green Filming Projekt dient THE VILLAGE NEXT TO PARADISE als spannendes Beispiel und sendet dabei ein wichtiges Signal auch im Sinne von Transparenz und Zusammenarbeit mit und zwischen den Institutionen ÖFI, FILMFONDS WIEN und EVERGREEN PRISMA, als aufbauendes und einander ergänzendes Zusammenwirkens gemäß des EVERGREEN PRISMA SYNERGIEMODELLS für Green Filming & Funding.
GREEN FILMING PROJEKT MIT COMMITMENT
Im Rahmen des Projektes wurden ökologische und nachhaltige Produktionsweisen nach den Green Filming-Richtlinien des ÖFI umgesetzt. Als professioneller Green Film Consultant war VASSILI FIRSOV, der durch die EVERGREEN PRISMA ACADEMY 2022 ausgebildet wurde, von Anfang an in alle Prozesse eingebunden. Zwischen Green Film Consultant VASSILI FIRSOV, Regisseur MO HARAWE und dem Produktionsteam der FREIBEUTERFILM wurden die Bedingungen für das Projekt besprochen und gemeinsam reflektiert, was für die nachhaltige Umsetzung möglich gemacht werden kann. Die Dreharbeiten fanden an 64 Drehtagen von Juni bis September 2023 in SOMALIA statt.
SETTING & SET-UP – SOMALIA ALS FILMLAND
Da Somalia ein Entwicklungsland ist, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, wirkten die
Möglichkeiten zur Umsetzung von ökologischen Filmproduktionsweisen zunächst aus westlicher Sicht eingeschränkt. Die Standards bei der Müllentsorgung, Stromproduktion, Wasserverfügbarkeit und der Auswahl von Lebensmitteln, Waren und Materialien unterscheiden sich erheblich von jenen in Europa.
Unbedingt zu erwähnen ist jedoch, dass Somalia zu den Ländern mit dem geringsten CO₂-Ausstoß gehört: Der jährliche CO₂-Ausstoß pro Kopf betrug im Jahr 2021 0,05t CO₂.
Im Vergleich dazu betrug der jährliche Pro-Kopf-CO₂-Ausstoß in Österreich im
selben Jahr 7,5t CO₂, für das Jahr 2024 wird von rund 9 Tonnen CO₂-Emissionen pro Kopf in Österreich ausgegangen.
KLARES COMMITMENT ZU GREEN FILMING
Eine Besonderheit an Mo Harawe´s Spielfilm THE VILLAGE NEXT TO PARADISE ist, dass die Dreharbeiten dieses Projektes in allen Bereichen im Vergleich zu europäischen Spielfilm-Produktionen der FreibeuterFilm äußerst reduziert waren.
Die bewusste Reduktion hatte keinerlei Einfluss auf die künstlerische Qualität des Filmes. Dass Fuhrpark, Equipment und Team für einen Spielfilm sehr klein dimensioniert waren, hatte einen positiven ökologischen Effekt. Der reduzierte Rahmen, in dem THE VILLAGE NEXT TO PARADISE umgesetzt wurde, zählt bereits zu den wesentlichen grünen Maßnahmen, durch die der Ressourcenverbrauch, die CO₂-Emissionen und Müllproduktion reduziert wurden.
VORPRODUKTIONSPHASE
In der Vorproduktion wurde das ursprünglich zu transportierende technische Equipment
mit rund 3,5t berechnet. Das hätte horrende Kosten, eine aufwendige Logistik und eine hohe CO₂-Emission durch den Transport bedeutet. Schließlich konnte alles massiv reduziert werden auf rund ein Fünftel des ursprünglichen Gewichtes. Neben dem hauptsächlich aus LED-Leuchten bestehenden Licht-Equipment wurde untertags vor allem auch Available Light zum Drehen an Originalschauplätzen genutzt. Während des ganzen Produktionszeitraumes bestand der Fuhrpark aus 7 Fahrzeugen: 2 LKW, 3 Mikrobusse, 2 PKW.
CREW & CAST
Für den Film war es besonders wichtig, dass Menschen mit ähnlichem kulturellem Hintergrund zusammenarbeiten. Das vereinfachte die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis. Bei der Zusammenstellung von Crew und Cast wurde darauf geachtet, dass der Großteil aus Einheimischen, Menschen aus Afrika und Menschen mit afrikanischen Wurzeln besteht. Anhand der Stabliste wurde der prozentuelle Anteil der an den Dreharbeiten beteiligten mit folgendem Ergebnis berechnet: 60% Einheimische aus Somalia, 27,5% Menschen aus Afrika, 12,5% Menschen mit internationalem bzw. europäischen Hintergrund und Wohnsitz.
KOMMUNIKATION
Täglich wurde das gesamten Team mittels digitaler Dispo per Whatsapp an die obligatorisch umzusetzenden, ökologische Maßnahmen erinnert. Natürlich wurde das Portfolio des Maßnahmenbündels auch persönlich und täglich am Set kommuniziert. Hierbei in erster Linie in Bezug auf folgende Maßnahmen, deren Umsetzung vor Ort realistisch und sinnvoll war: Müllvermeidung, Verwendung von Mehrweggeschirr, Bildung von Fahrgemeinschaften und Vermeidung von Papierdruck.
VOR ORT
Das somalische Team und der Cast waren während des ganzen Drehzeitraumes in Somalia. Keiner, der seinen Wohnsitz außerhalb von Somalia hatte, flog an freien Tagen zurück trotz der langen Drehzeit von fast drei Monaten.
DREHARBEITEN, SCHAUPLÄTZE & VERMEIDUNG VON EMISSIONEN
Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich an Originalschauplätzen – Drehort Schule, Gefängnis, Markt, Straßen, Strand, etc. – statt, die nur minimal adaptiert werden mussten.
Das Haus des Protagonisten Marmagade war das aufwendigste und am längsten bespielte Motiv. Dabei mussten für mehr Lichtdurchflutung die Innenräume eines leerstehenden Hauses entsprechend adaptiert, ausgemalt und anschließend eingerichtet werden.
Für alle Arbeiten wurden Einheimische engagiert. Vieles musste mit reiner Muskelkraft und einfachen Werkzeugen gemacht werden, da keine modernen, strombetriebenen Werkzeuge vorhanden waren, unter anderem Sägearbeiten, das Abtragen von Mauerwerk oder der Bau von Regalen. Diese Arbeitsmethoden waren mit einem um vieles geringerer CO₂-Ausstoss verbunden.
SCHAFFUNG VON BLEIBENDER INFRASTRUKTUR
Beim Motiv ›Protagonist Marmagade‹ fanden nach den Dreharbeiten nochmals Bauarbeiten statt. Das Haus wurde mit Strom- und Wasserleitungen ausgestattet, das Grundstück begrünt und die geplante Weiternutzung als Abend-Koranschule für Kinder und Erwachsene realisiert.
SET & RE-USE, GEZIELTE EINBINDUNG & SOCIAL IMPACT
Grundsätzlich ist die Verfügbarkeit und Verbreitung von gebrauchten Waren auf dem somalischen Markt weitaus größer als das Vorhandensein von Neuwaren. Für den Bau der kleinen Nähstube im Film wurde auch Re-Use-Material in Form von alten Wellblech-Elementen als Verkleidung genutzt. Für die Ausstattung wurde gebrauchte Elektronik und gebrauchte Möbel angeschafft. Der verantwortlichen, österreichischen Produktionsfirma FreibeuterFilm war es ein großes Anliegen, bei diesem Projekt einheimische Arbeitskräfte, lokale Produkte und Waren sowie Dienstleistungen in großem Ausmaß einzubinden. Dadurch war man per se mit Menschen in Kontakt, die an einer Weiternutzung oder -verwendung von Kostümen, Kleidung, Materialien und der Ausstattung, die bei den Dreharbeiten zum Einsatz kamen, Interesse hatten.
KOSTÜM
Rund ein Drittel der Kostümkosten wurden zum Herstellen von Kostümen in einer lokalen Schneiderei verwendet. Damit wollte man gezielt die lokale Wirtschaft und das Handwerk fördern. Festgelegt wurde, dass alle angekauften und hergestellten Kostüme – Schuluniformen, Sportsachen für Kinder, etc. – den Mitwirkenden nach dem Dreh überlassen werden.
Kleidungskäufe fanden auf den lokalen Märkten statt, auf denen Neu- und Secondhand-Kleidung gemischt angeboten wurde.
Die Menge an verwendeten Materialien war dabei weitaus geringer als bei Spielfilmen, die in Europa realisiert werden. Jegliches Restmaterial bzw. Material, das nach den Dreharbeiten eine Freigabe bekommen hatte, sowie alle Kostüme und Kleidungsstücke, wurden von Einheimischen für ihre private Verwendung entgegengenommen.
CATERING & TRINKWASSERVERSORGUNG
Generell nutzen die Menschen in Somalia kein Einweggeschirr, das nach dem Gebrauch weggeschmissen wird. Während der gesamten Drehzeit wurde Mehrweggeschirr genutzt. Am Set wurden täglich Tee – Gewürztee mit lokalem Zimt, Ingwer und Milch ist ein beliebtes Nationalgetränk – und Kaffee in Thermoskannen sowie Glastassen zur Verfügung gestellt. Trinkwasser, Wasserspender und Wasser in Großflaschen waren nicht verfügbar, vor allem wegen der Wasserknappheit, deshalb musste das Trinkwasser hauptsächlich in Plastikflaschen zur Verfügung gestellt werden, auf die nicht verzichtet werden konnte. Öffentliche Wasserbrunnen waren vereinzelt vorhanden, jedoch war die Qualität für Trinkwasser ungeeignet und unzumutbar.
ABFALLVERMEIDUNG & WASTEMANAGEMENT
Wie in den meisten Ländern Afrikas gibt es in Somalia noch keine Mülltrennung und kein Recycling wie wir sie aus europäischen Ländern kennen. Müll wird auf großen Mülldeponien ungetrennt gelagert, zum Teil vergraben bzw. verbrannt.
Via Dispo wurde das Team auf Abfallvermeidung hingewiesen. In erster Linie wurde am Set regelmäßig persönlich kommuniziert, dass der Müll in den zur Verfügung gestellten Mülleimern zu entsorgen ist. Diese wurden täglich am Set aufgestellt und genutzt.
RESPEKTVOLLER UMGANG MIT LEBENSMITTELN
In Somalia gibt es keinen Lebensmittelüberfluss wie in Europa, dadurch ist die Wertschätzung von Lebensmitteln wesentlich größer und der Umgang damit weit weniger verschwenderisch. Am Set wurde keinerlei Essen verschwendet oder weggeworfen. Übrig gebliebenes Essen wurde von der Catering-Firma stets für den Eigenbedarf wieder mitgenommen.
MO HARAWE
Bei ›The Village Next to Paradise‹ handelt es sich um das Spielfilmdebüt des in Mogadischu geborenen und seit 2009 in Wien lebenden Regisseurs und Drehbuchautors Mo Harawe, der zuvor die Kurzfilme ›Life on the Horn‹ (2020) und ›Will My Parents Come to See Me‹ (2022) realisierte.
AUSZEICHNUNGEN
Locarno Film Festival 2022 – Alphapanda Market Breakout Award
Marrakech International Film Festival 2023 – Atlas Workshops Prize
EINE KOPRODUKTION VON AT/FR/D/SOM
Produziert wurde der Film von der österreichischen FreibeuterFilm (Sabine Moser und Oliver Neumann), in Koproduktion mit Kazak Production, NiKo Film und Maanmaal ACC.
Strukturell durch EVERGREEN PRISMA unterstützt, wurde die Produktion vom ÖFI, FILMFONDS WIEN, ILE DE FRANCE und CINEMA DU MONDE mit monetären Fördermitteln unterstützt. Beteiligt waren außerdem der ORF, ARTE und das ZDF.
Das EVERGREEN ICON | Zeichen für Qualität
EVERGREEN PRISMA | Digital Platform, Green Filming Academy & Joint Network
PRISMA CONNECTIVE | Green Film Consultants Austria