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DISCUSSION GUIDE
Wir haben hier für Sie Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs), die nach spezifischen Kategorien gefiltert werden können, zusammengestellt. Die Themenliste wird von uns ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht.
ALLE FAQs
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WAS BEDEUTET GREEN FILMING?
 
Wir habe hier für Sie Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs), die nach spezifischen Kategorien gefiltert werden können, zusammengestellt. Die Themenliste wird von uns ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht. Ein steigendes umweltpolitisches Bewusstsein und die Dringlichkeit Schadstoff-Emissionen zu reduzieren machen auch in der Filmwirtschaft ein Umdenken notwendig. Der bei der Filmherstellung verursachte ökologische Fußabdruck muss nach Möglichkeit reduziert werden. Green Filming beschreibt den Prozess, ressourcenschonende und ökologisch nachhaltige Produktionsmethoden anzuwenden, um Filme so klimaneutral wie möglich zu produzieren. Dazu wird die gesamte Filmherstellung entlang aller Gewerke und Produktionsphasen von der Vorbereitung an über die gesamte Drehzeit und von Postproduktion bis hin zur Verwertung auf grüne Handlungsalternativen untersucht und in der Folge umgestellt. Dieser komplexe Steuerungsprozess wird vorzugsweise von einer/einem internen oder extern beauftragten Umweltmanager/in, dem/r Green Consultant, begleitet. Als Teil des Produktionsdepartment sorgt sie/er für eine möglichst ganzheitlich ökologisch orientierte Produktionsweise. prismacoop | GreenFilmTools 2019
Seit 2017 ist es in Österreich möglich, diesen Prozess mittels Zertifizierung für ›Green Producing‹ und der Vergabe des Österreichischen Umweltzeichens durch das Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) auszeichnen zu lassen. Voraussetzung hierfür ist u.a. die Antragstellung und der Einsatz einer/s Green Consultant während des gesamten Verfahrens.
 
WELCHE VORTEILE BIETET GREEN FILMING?
 
Verantwortung | Werte | Gesundheit | CO₂-Reduktion | Image | Effizienz | Zeit- und Geldersparnis | Kreativität | Innovation | Attraktivität als Arbeitgeber | Zukunft | Förderung Nachhaltig geführte Produktionen ermöglichen den Filmschaffenden, ihre Profession ausüben zu können, ohne dabei Umwelt und damit Mitmenschen zu schädigen. Green Filming führt darüber hinaus zu einem positiven Imagewandel der Filmwirtschaft. Durch das Miteinbeziehen der gesamten Filmcrew inklusive Cast, Dienstleistern und anderen Vertragspartnern während der Produktionszeit kann das Thema Nachhaltigkeit eine besondere, durchaus motivierende Dynamik schaffen. Die publikumswirksame Film- und TV-Branche gilt als Multiplikator, denn in Filmen vermittelte Inhalte dienen vielen bewusst oder unbewusst als Vorbild. Green Filming bringt mittel- und langfristig ökonomische Vorteile und wird in naher Zukunft bei der Vergabe von Aufträgen und Förderungen weiter an Bedeutung gewinnen. Generell ist der Mehrwert von Green Filming groß und leistet einen wichtigen Beitrag in Sachen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
VORTEIL KOSTENERSPARNIS GREEN FILMING
 
Stringente Planung und vertiefte Recherche von Alternativen kann bei der ökologisch nachhaltigen Produktion von Filmen durchaus Kostenersparnisse bringen. So zeigt beispielsweise eine von der Commission du Film d'Ile-de-France durchgeführte Erhebung im Bereich Standby-Buffet am Set, dass nachhaltig erzeugtes Geschirr nicht unbedingt kostenintensiver als herkömmliches sein muss. Allein der Verzicht von Plastikflaschen und -bechern, die Umstellung von Coffee-Pads auf Kaffeebohnen und die Verwendung biologisch abbaubaren Bestecks erzielte in diesem Bereich eine Ersparnis von € 1.870. Grundlage dieser Kostenanalyse war eine Filmproduktion mit einer zehnwöchigen Drehzeit und einem Team von 60 Personen.
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WARUM IST GREEN FILMING WICHTIG?
 
Weltweit verzeichnet die Filmindustrie ein erhebliches Wachstum in der Filmherstellung. Durch Streaming und nicht lineare Fernsehgewohnheiten rund um die Uhr benötigen Streaming-Plattformen wie auch öffentliche und private TV-Sender immer mehr Programm und Inhalte. Mit der wachsenden Anzahl von Produktionen erhöhen sich dementsprechend der Energieverbrauch sowie der THG-Ausstoß der Medienindustrie. Die Filmindustrie gehört zu einer der energieintensivsten Branchen weltweit und generiert einen massiven ökologischen Fußabdruck. Einer Studie der European Broadcast Union (EBU) zufolge werden zwei Prozent aller weltweiten CO2-Emissionen durch Informations- und Kommunikationstechnologien verursacht, Tendenz steigend. credits | Green Film Shooting
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Eine Studie der UCLA (University of California Los Angeles/2006) besagt, dass die Filmwirtschaft in Hollywood mehr Luftverschmutzung verursache als die meisten großen Industrien und damit in der Region Los Angeles an zweiter Stelle hinter der Kraftstoffindustrie rangiere. Diese Erkenntnisse demonstrieren deutlich, dass die Filmwirtschaft unbedingt ihren Beitrag zur Verringerung von CO2-Emissionen und dem Erreichen von Klimazielen leisten muss und wie dringend notwendig das Umstellen auf eine nachhaltig ausgerichtete Produktionsweise ist. credits | UCLA Sustainability in the Motion Picture Industry 2006
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WIE KANN ICH FILME NACHHALTIGER PRODUZIEREN?
 
Der Hauptfokus bei Green Filming liegt im Prinzip auf der größtmöglichen Vermeidung oder Reduktion von CO2-Emissionen und deren Ausgleich. Um klimaneutral zu produzieren gilt es anhand eines systematischen Managements die sogenannten ›Hotspots‹, die am meisten emittierenden Bereiche in der Filmherstellung zu ermitteln, die machbaren Maßnahmen zu prüfen, festzulegen, zu kommunizieren und umzusetzen.
Es empfiehlt sich dem Produktionsteam eine/n Green Producing Verantwortliche/n beizustellen, die/der beauftragt ist, den gesamten Herstellungsprozess nach ökologischen Aspekten zu screenen, zu optimieren und dabei das Team mit Rat und Tat zu unterstützt.
Seit 2017 ist es möglich, den Herstellungsprozess einer Filmproduktion durch das ›Österreichische Umweltzeichen‹ (BMNT) mit einem Umwelt-Label auszeichnen zu lassen. Der entsprechende Zertifizierungsprozess setzt unter anderem den Einsatz einer/s Beauftragten für Green Producing voraus.
Es besteht auch die Möglichkeit, sich bei der Umsetzung einer ökologisch-nachhaltigen Produktionsweise durch eine unabhängige externe, spezialisierte Umweltbetriebsberatung begleiten zu lassen. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
WIE FUNKTIONIERT ÖKOLOGISCHES DREHEN?
 
Jede Filmproduktion ist individuell, die Produktionsbedingungen gestalten sich je nach Art und Größe des Projektes sowie der Drehregion sehr unterschiedlich. Um klimafreundlich und ökologisch zu drehen, gibt es ein systematisches Handlungsschema für ein schrittweises Vorgehen. Bereits im Vorfeld einer Produktion werden alle Beteiligten für das Thema sensibilisiert. Die Kreativdepartments Regie, Kamera, Szenen- und Kostümbild wie auch das Produktionsteam werden bereits in die Planungsgespräche einbezogen.
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist das Bekenntnis der Filmproduktionsfirma zu dem Vorhaben einer umweltverträglichen und nachhaltigen Produktionsweise, das idealerweise im Leitbild des Unternehmens verankert wird.
Als nächsten Schritt gilt es zu ermitteln, in welchen Bereichen Ressourcen minimiert und Schadstoff-Ausstöße reduziert werden können. Es werden sogenannte Energie-Potentiale ausgewiesen. Für jene Bereiche, bei denen mit geringem Aufwand große Verbesserungen erzielt werden können, werden nach Maßgabe erreichbare Ziele definiert. Die dokumentierende CO2-Bilanz erfolgt auf Basis von Berechnungen mittels eines spezifisch für Dreharbeiten adaptierten CO2-Rechners.
In der Regel werden folgende ›Hotspots‹ untersucht: Produktionsbüro, Transporte für Personen und Material, Unterkünfte, Technik und Licht, Szenenbild mit Drehorten "on Location" oder im Studio und Dekorationsbau, Kostümbild, Catering, Abfallmanagement. Über die Analyse der Hotspots lassen sich CO2-Einsparungspotenziale und Optimierungsmaßnahmen erkennen. Nicht vermeidbare CO2-Emissionen können durch CO2-Kompensation ausgeglichen werden.
Nur in Absprache und gemeinsam mit den einzelnen Departements können in Folge geeignete Maßnahmen umgesetzt werden. Die erzielten Verbesserungen werden laufend mit den geplanten Zielen verglichen. Die entsprechende Bilanz wird täglich mit der Tages-Dispo ans Team kommuniziert, das, dadurch motiviert, in den Prozess der nachhaltigen Umsetzung eingebunden bleibt. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
GREEN FILMING & CORONA
 
Das 3-Zonen-Modell, das österreichische Arbeitskonzept für Dreharbeiten während der Coronakrise, sieht umfassende, allgemeine Schutzmaßnahmen vor. Im Sinne der Nachhaltigkeit können dazu folgende Alternativen, u.a. aus Niederösterreich, aufgezeigt werden.
CATERING – EINWEGGESCHIRR
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TafelBox der Wiener Tafel | Biologisch abbaubare Speisen-Box mit gutem Zweck
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NaKu Natürlicher Kunststoff | Flaschen und Becher aus kompostierbarem Kunststoff (NÖ)
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Cup Solutions – Mehrwegbecher aus Österreich
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Pacovis | Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen
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Naturess | Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen
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Natürlich-Verpackungen | Einweggeschirr aus Bagasse
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Papstar | Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen
DESINFEKTIONSMITTELHERSTELLER AUS NIEDERÖSTERREICH
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Bio-Destillerie Farthofer (NÖ)
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Wachauer Privatdestillerie Hellerschmid (NÖ)
MASKEN AUS NIEDERÖSTERREICH
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WKO – aktuelle Bezugsquellen-Liste für Gesichtsmasken (NÖ)
 
WELCHEN ÖKONOMISCHE BEDEUTUNG HAT DIE FILMWIRTSCHAFT?
 
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ÖSTERREICHISCHER KREATIVWIRTSCHAFTSBERICHT 2018
Die Filmwirtschaft in Österreich verzeichnete einen Umsatz von € 1,5 Mrd. oder € 1,9 Mrd. inklusive Radio-und TV.
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PRESSEMITTEILUNG ZUM ÖSTERREICHISCHEN FILMWIRTSCHAFTSBERICHT 2019 FACTS + FIGURES 18
Der österreichische Film setzt seinen Erfolgslauf trotz sich abschwächender Marktentwicklung im Kino fort und erzielte 2018 ein hervorragendes Ergebnis. Mit einem Marktanteil von 6,2 Prozent erreichte er einen Spitzenwert. Das zählt umso mehr, als sich das Kino in Österreich in einer schwierigen Situation befindet. Einem Zuwachs an Kinos (drei Betriebe mehr als im Vorjahr ) auf 142 mit 577 Sälen (15 mehr als 2017) sowie einem nach wie vor steigenden Angebot an Filmen in den Kinos (481 Filme wurden 2018 gezeigt) steht eine seit mehreren Jahren leicht sinkende Zahl an Besuchen gegenüber. 12,9 Millionen Besuche waren es 2018, in den Jahren davor schwankten die Zahlen noch rund um 15 Millionen pro Jahr. Der aktuelle Filmwirtschaftsbericht stellt die 15. Ausgabe dieser Analyse des österreichischen Marktes für Bewegtbild dar. In diesen 15 Jahren hat sich viel ereignet: Im Jahr 2004 erzielte der bestbesuchte Film im Kino ›(T)Raumschiff Surprise‹ 1.173.846 Besuche, ein aus heutiger Sicht unerreichbarer Wert. In Österreich gab es zu diesem Zeitpunkt 176 Kinos und keines davon war digitalisiert. Insgesamt wurden im Jahr 2004 exakt 18.295.760 Kinotickets erlöst. 2018 erzielte der erfolgreichste Film 480.496 Kinobesuche. Wurden 2004 in den österreichischen Kinos noch 280 Filme gezeigt, waren es 2018 bereits insgesamt 481. Der Marktanteil des österreichischen Films lag 2004 bei 3,2%, 2018 waren es 6,2%.
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DIE FILMWIRTSCHAFT IN EUROPA
Mit einem Wachstum von 47 Prozent, erlebte Europas Filmproduktion in den vergangenen zehn Jahren eine Hochzeit. Zwischen 2007 und 2016 wurden hier mehr als 18.000 Filme produziert, das entspricht einer Steigerung um insgesamt 47 Prozent. Im Jahr 2007 entstanden 1.444 Spielfilme, 2016 waren es bereits 2.124. In diesem Zeitraum wurde sowohl bei rein nationalen wie auch bei Koproduktionen ein Aufwärtstrend verzeichnet. Der Anteil mehrheitlich koproduzierter Filme macht 20,4 Prozent des gesamten europäischen Produktionsvolumens in dieser Zeit aus. Dokumentationen boomten und haben sich mit 618 im Jahre 2016 fast verdoppelt und auch der Spielfilm wuchs mit 33 Prozent deutlich. credit | European Audiovisual Observatory 2017
 
WAS IST GREEN STORYTELLING?
 
Green Storytelling beschreibt in der Handlung eines Films dargestelltes ökologisches Verhalten, das dementsprechend als Charakterisierung oder als Element der Storyline im Drehbuch berücksichtigt wird. Grüner Multiplikator. Richard Reitinger, Professor für Drehbuch an der Hamburg Media School, macht in einem Interview deutlich, dass Filme in Sachen Nachhaltigkeit Vorbildcharakter haben.
Schmetterlingseffekt. Es können kleine Dinge sein, die aber bestenfalls große Wirkung erzielen, sagt Simone Schlosser, Reporterin von Deutschlandfunk Nova. Sie hat sich mit Green Storytelling beschäftigt und sieht einen aufkeimenden Trend – das Bewusstsein für nachhaltiges Erzählen im Film wachse ihrer Einschätzung nach.
Statussymbol. Als Fahrradfahrer ist die Figur Thiel ja im Grunde ein ideales Vorbild. Weil populärer als der kann man ja gar nicht sein. Da ist er im Grunde der prominenteste deutsche Fahrradfahrer, so Lars Jessen, Regisseur des Tatort Münster.
prismacoop | Deutschlandfunk Nova
 
STATUSSYMBOL CO2? VOM GRÜN SCHREIBEN UND ERZÄHLEN
 
Handlungen oder Gegenstände, die mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun haben, müssen en passant selbstverständlich erzählt werden – ohne jedes Mal diskutiert zu werden. Einwegbecher sollten nicht zu sehen sein, bestimmte Statussymbole wie das Fliegen mit dem Flugzeug oder aber der Fleischkonsum nicht positiv mit den Heldenfiguren verknüpft werden. Man darf das Thema aber nicht in den Vordergrund rücken, weil sonst die Absicht dahinter erkennbar ist.
Ich glaube, die Szenen müssten spannend, positiv und optimistisch erzählt werden und nicht auf Verweigerung und Verzicht abzielen. Ein „Call to Action“ muss mit Aufbruch verbunden sein, nicht mit Verzicht. Genau das muss beim Publikum ankommen.
Tatort Münster. Auszüge aus einem Interview mit Regisseur Lars Jessen: Ich könnte mir vorstellen, dass man an dieser Stelle gerade im sozialen Bereich des Kinos etwas erreichen könnte. Hier können Filme auf ökologische Themen aufmerksam machen, die in einer Schieflage stehen. Was grüne Themen im Spielfilm anbelangt, stehen wir allerdings noch deutlich am Anfang. Ich könnte mir vorstellen einen Spielfilm zu machen, in dem deutlich wird, dass der Klimawandel jetzt stattfindet und nicht erst in hundert Jahren. Das ist ein Ansatzpunkt, bei dem man die Leute mit einer fiktionalen Geschichte emotional mitnehmen kann.
credit | GEO
 
AUSZEICHNUNGEN FÜR GREEN STORYTELLING
 
Zum neunten Mal forderten die Deauville Green Awards Filmemacher, Produzenten, Rundfunkveranstalter, PR-Agenturen sowie Verbände auf, ihre Filme, Spots und Dokumentationen zu Nachhaltigkeit, Öko-Innovationen und sozialer Verantwortung einzureichen. Die Ausgabe der Deauville Green Awards 2020 findet am 17. und 18. Juni in Deauville statt, wo sich 400 Film-, Medien- und Nachhaltigkeitsexperten aus der ganzen Welt treffen.
Jedes Jahr werden rund 500 Filme aus 50 Ländern zu der zweitägigen Veranstaltung eingereicht, die Unternehmen, Institutionen, NGOs und Gemeinden die einmalige Gelegenheit bietet, Maßnahmen und bewährte Verfahren zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu fördern. Die Spots, Imagefilme und Dokumentationen werden in drei Wettbewerben präsentiert, die in jeweils 14 thematische Kategorien unterteilt sind. Diese konzentrieren sich auf große Umweltherausforderungen, ökologische Anwendungsbereiche und gesellschaftliche Fragen.
credit | GreenFilmShooting-Magazin
 
DER WELTKLIMARAT LIEFERT DIE BASIS FÜR KLIMA-ZIELE
 
Die Organisation Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – im Deutschen als Weltklimarat oder Internationaler Klimarat bezeichnet – ist eine Institution der Vereinten Nationen und setzt sich aus 195 Mitgliedsländern und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zusammen. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen und bewerten anhand anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel. Der Bericht des Weltklimarates stellt die naturwissenschaftlichen Grundlagen, Folgen sowie Risiken des Klimawandels dar und zeigt Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel mindern bzw. sich auf eine globale Erwärmung der Erde einstellen kann. credits | Weltklimarat IPCC
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KLIMAZIELE PARISER ABKOMMEN ZUM KLIMASCHUTZ 2015
Die weltweiten Klimaziele wurden mit Hilfe des IPCC und anlässlich der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) im Dezember 2015 festgelegt. Im Pariser Übereinkommen zum Klimaschutz 2015 haben sich 195 Länder erstmals auf ein weltweites, allgemeines und rechtsverbindliches Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Der Pakt umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellen Werten und den Anstiegswert auf 1,5°C begrenzen soll, um dem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken. credits | European Commission
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WAS IST DIE KEELING-KURVE?
 
Die Keeling-Kurve ist die graphische Darstellung des globalen Konzentrationsverlaufs des Spurengases Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Erdatmosphäre seit dem Jahr 1958. Sie nimmt in der Forschungsgeschichte des Klimawandels einen besonderen Stellenwert ein, da sie als wichtiger Beleg für die – bei ihrer Entstehung nur als Hypothese formulierte – menschlich verursachte globale Erwärmung gilt. Die Keeling-Kurve ist nach Charles David Keeling von der Scripps Institution of Oceanography benannt. Der Wissenschaftler konnte erstmals zeigen, dass die Konzentration des Treibhausgases durch Änderung der Landnutzung und die Verbrennung fossiler Brennstoffe ansteigt. Die Kurve zeigt einen charakteristischen, schwankenden Jahresverlauf, der den Vegetationszyklus der Nordhemisphäre widerspiegelt. Im (Nord-)Frühling und Sommer überwiegt die pflanzliche Aufnahme von CO2, was sich in einem – abhängig vom Ort der Messung zeitverzögerten – Konzentrationsrückgang zeigt. Im Herbst und Winter gibt die Vegetation netto CO2 ab, es kommt zu einem Konzentrationsanstieg.
 
IN WELCHEM AUSMAß VERÄNDERT SICH DAS WELTKLIMA?
 
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TEMPERATURVERÄNDERUNG IN ÖSTERREICH VON 1901 BIS 2018
Der Treibhausgaseffekt führt zur Erderwärmung. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist in Österreich die Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung um rund 2°C gestiegen. Diese Temperaturerhöhung liegt deutlich über dem weltweit verzeichneten Temperaturanstieg von 0,9°C. Die Wärmestreifengrafik von Berkeley Earth visualisiert die Temperaturänderung, die beispielsweise in Österreich seit 1901 gemessen wurde. Jeder Streifen repräsentiert die Durchschnittstemperatur eines Jahres. Die Farbveränderung von vorwiegend blau in vorwiegend rot veranschaulicht den Anstieg der Durchschnittstemperatur hierzulande. Berkeley Earth, eine unabhängige Non Profit-Organisation aus den USA, befasst sich mit der wissenschaftlichen Analyse der globalen Erderwärmung. credits | Berkeley Earth | Umweltbundesamt Österreich
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GLOBALE TEMPERATURVERÄNDERUNGEN 1901-2016
Die Visualisierung veranschaulicht die weltweiten Temperaturanomalien im Zeitraum von 1900 bis 2016 nach Ländern geordnet und basierend auf NASA GISS Surface-Daten. Das NASA GISS – Goddard Institute for Space Studies - an der Columbia University in New York City, gehört zur Abteilung für Erd-Sonne-Beobachtung am Goddard Space Flight Center sowie des Earth Institute. Das GISS beschäftigt sich primär mit Forschung zur globalen Erwärmung.
Video licence | Antti Lipponen(@anttilip)
 
WAS VERSTEHT MAN UNTER DEM ÖKOLOGISCHEN FUßABDRUCK?
 
Der CO2-Fußabdruck, im englischen Carbon Footprint, ist das Maß für Emissionen von CO2, die direkt oder indirekt bei der Herstellung eines Produkts insgesamt anfallen oder durch eine Aktivität verursacht werden. Gemessen wird er in CO2-Äquivalenten (CO2-e). Der Carbon Footprint beruht auf dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks. Dieser steht für die Fläche, die notwendig ist, um Nahrung und Kleidung für eine Person zu produzieren und die Energie bereitzustellen, die sie verbraucht. Hinzu kommt der Boden, der für die Entsorgung des Mülls und zum Binden des freigesetzten CO2 benötigt wird. credits | myclymate 2019
 
DIE FILMWIRTSCHAFT UND IHR ÖKOLOGISCHER FUßABDRUCK
 
Mit einem beträchtlichen ökologischen Fußabdruck gehört die Film-und Medienwirtschaft zu den energieintensivsten Branchen, die Tendenz wird als steigend eingeschätzt. Eine von der Britischen Akademie der Film- und Fernsehkunst BAFTA/ Albert 2012 durchgeführte Studie in Großbritannien zeigt, dass allein die Film- und Fernsehproduktion in London für die Emission von 125.000 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich ist. Das ist in etwa so viel, wie Flugzeuge während knapp 16.000 Hin- und Rückflügen von Europa nach Neuseeland ausstoßen. credits | BAFTA | Albert One Year Report | 2012
Bei einem Big-Budget-Film aus Hollywood fallen in etwa 670 Tonnen Müll an. Nur der Bereich Mobilität liefert schon enorme Werte an Schadstoffemissionen, kann aber bei effizientem und nachhaltigem Umgestalten von Anreisen und Transporten großes Einsparpotential liefern.
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Die Britische Akademie der Film- und Fernsehkunst (BAFTA) berechnete in einer Studie von 2014 den CO2-Fußabdruck pro Stunde Laufzeit von Filmproduktionen. Hierfür wurden insgesamt 820 Produktionsdaten in einer eigenen CO2-Emissionen-Datenbank zusammengetragen und nach bestimmten Produktionskategorien gewertet. Das Ergebnis lässt deutliche Trends und Unterschiede auf Grund der Herstellungsmethode sowie in den Film-Genres erkennen. Beim Ausstoß von Schadstoffen liegt der Langspielfilm, ob on Location oder im Studio gedreht, an vorderster Stelle. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
Die Spielfilmsparten Komödie und Drama generierten laut der BAFTA-Erhebung am meisten Tonnen CO2 pro Stunde Spieldauer. International gedrehte Dokumentarfilme kommen auf unter 10 Tonnen CO2 pro Stunde Laufzeit, wogegen Produktionen für Nachrichtensendungen und Unterhaltungsshows maximal bis zu 5 Tonnen CO2 pro Stunde Laufzeit erzeugen. Die Erhebung zeigt auch, dass die Sektoren Produktionsbüro und Transporte mit Unterbringung die am stärksten emittierenden Bereiche in der Herstellung pro Stunde Spieldauer sind. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
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ZAHLEN ZUR DURCHSCHNITTLICHEN CO₂-EMISSION IN EUROPA
 
Nach Berechnungen des deutschen Umweltbundesamtes verursacht jede/r EU-Bürger/in pro Jahr im Durchschnitt Emissionen im Umfang von etwa 9 Tonnen CO2-Äquivalenten. Deutschland liegt mit 11,5 Tonnen über dem Durchschnitt. Österreich rangiert mit 9,7 Tonnen knapp darunter. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Jahresemission in Indien beträgt 1,6 Tonnen. Rechnet man die erlaubte Gesamtmenge der CO2-Emissionen auf den einzelnen Menschen um, stünde jeder/m ein ›klimaverträgliches Jahresbudget‹ von lediglich 2,3 Tonnen CO2 zu. credits | UBA | EEA - Europäische Umweltagentur 2019
 
WAS SIND CO₂-ÄQUIVALENTE?
 
CO2-Äquivalente (CO2e) sind die Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Neben Kohlendioxid (CO2) gibt es Treibhausgase wie Methan oder Lachgas. Die verschiedenen Gase tragen nicht in gleichem Maße zum Treibhauseffekt bei, sie verbleiben unterschiedlich lange in der Atmosphäre. Um die Wirkung der diversen Treibhausgase vergleichbar zu machen, hat der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) anhand regelmäßig aktualisierter Umrechnungsfaktoren einen Index definiert. Treibhausgasemissionen können so in CO2-Äquivalente umgerechnet und zusammengefasst werden. CO2-Äquivalente werden mit der Abkürzung ›CO2e‹ bezeichnet. credits | myclimate 2019 | IPCC 20012/2013
 
WELTWEITER ANSTIEG DES FOSSILEN CO₂-AUSSTOßES 1999 – 2019
 
Die Grafik zeigt den globalen CO2-Anstieg von insgesamt 3,9% im Zeitraum von 1999 bis 2018 und prognostiziert eine weitere Zunahme der Emissionen um 0,6% CO2 im Jahr 2019. Das sind insgesamt weit über 35 Gigatonnen CO2, die global im Jahr produziert werden.
Um das 1,5 °C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, müssten die THG-Emissionen laut Info-Grafik bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts auf Netto-null sinken.
credits | Global Carbon Project 2019
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WAS BEDEUTEN CO₂-KOMPENSATION UND EMISSIONSHANDEL?
 
Die CO2-Kompensation ist eine Möglichkeit nicht vermeidbare THG-Emissionen durch freiwillige Unterstützung von Klimaschutzprojekten auszugleichen. Länder und Unternehmen kompensieren ihre Emissionen über den Handel mit Klimazertifikaten, die zum Ausstoß einer bestimmten Menge Treibhausgas berechtigen. Das können sie unter anderem tun, indem sie in Klimaprojekte in Entwicklungsländern investieren beziehungsweise deren Klimazertifikate erwerben. Damit werden nur schwer oder nicht vermeidbare Emissionen durch die Finanzierung an anderen Orten durchgeführter Maßnahmen ausgeglichen. Der gesamte Treibhausgas-Ausstoß bleibt hierbei jedoch gleich. Klimakompensation bewirkt also keine Emissionsminderung und wird daher oft – im Vergleich zur Emissionsvermeidung – als nachrangiges Instrument des Klimaschutzes angesehen. Die Klimaerwärmung kann nur aufgehalten werden, wenn alle, an erster Stelle die Menschen und Unternehmen in den Industrieländern, ihren CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. credits | Stiftung myclimate | Utopia
 
WIE FUNKTIONIERT CO₂-KOMPENSATION?
 
Der Tourismus trägt erheblich zur Klimaerwärmung bei. Der höchste Anteil Tourismus-bedingter Emissionen stammt aus dem Flug- und Autoverkehr. Zahlreiche Klimaschutzprojekte bieten die Möglichkeit der Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen an. Mittels CO2-Rechner und bestimmten Reisedaten (Reiseziel und Verkehrsmittel) wird der CO2-Ausstoß ermittelt, darauf basierend der zu zahlende Preis, um die Emission zu „neutralisieren“. Die Kompensationszahlungen fließen Klimaschutzprojekten zu, die darauf ausgerichtet sind, Treibhausgase zu binden.
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Klima-Kompensationsprojekte
 
DIE EMAIL ALS ERZEUGERIN VON TREIBHAUSGASEN?
 
›Wenn das Internet ein Land wäre, würde es in der Rangliste der Energieverbraucher ungefähr den dritten Platz belegen, also gleich hinter China und den USA‹, besagt ein Statement von Greenpeace im Zusammenhang mit Internet-bedingtem Treibhauseffekt. Tatsächlich ist der Versand von Emails ein häufig unterschätzter Verursacher von Treibhausgasen. Laut einer Erhebung von France Télévisions (2018) produziert ein Angestellter bei durchschnittlichem Email-Verkehr pro Tag die gleiche Menge Treibhausgase wie eine 11 Kilometer lange Autofahrt. Dazu kommen ca.12 Liter Wasser für die Kühlung von Servern. Eine durchschnittliche Email verursacht etwa 10 Gramm Kohlenstoffdioxid. Das entspricht der Klimabilanz einer Plastiktüte. Die Rechenzentren, in denen die Server gelagert werden, sind hier die Ursache für die Entstehung der Treibhausgase. Der Energieverbrauch für das Hochfahren und die Kühlung der Geräte soll einer Recherche von Data Economy USA zufolge im Jahr 2015 bereits ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs ausgemacht haben. Die großen Internet-Giganten und Suchmaschinen-Anbieter gelten allerdings auch als Wegbereiter für die Verwendung erneuerbarer Energien. Sie rüsten für die Versorgung der immer moderneren Rechenzentren verstärkt auf Solar- und Windenergie um. credits | ARTE Frankreich 2018
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The Shift Project - digitale Verschmutzung
 
DIE DIGITALE VERSCHMUTZUNG
 
Wenn es um Umweltverschmutzung geht, denkt man nicht sofort an das Internet, dabei stößt es in einem Jahr so viel CO2 aus wie ganz Deutschland. Es basiert es auf einer starken physischen Infrastruktur und ist weit davon entfernt, rein virtuell zu sein. Ein ganzes Netzwerk von Kabeln, Rechenzentren und gekühlten Servern mit beträchtlichem Energieverbrauch untermauert das Funktionieren des Internets.
Eine vom ›The Shift Project‹ durchgeführte Fallstudie über die Nutzung von Online-Videos und Streamings im Zusammenhang mit der Klimakrise hat ergeben, dass die digitale Technologie bereits 4% des gesamten THG-Ausstoßes verursacht - mehr als die zivile Luftfahrt verursacht - mit der Prognose bis 2025 die 8%-Marke zu erreichen. Online Videos beinhalten eine enorme Anzahl von Daten. Zehn Stunden HD-Videos enthalten mehr Daten als die gesamten Wikipedia -Texteinträge in englischer Sprache.
Das Shift-Projekt ist eine französische gemeinnützige Think Tank Organisation, die sich für die Energiewende in Europa einsetzt, um den Klimawandel zu bremsen aber auch die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu verringern. credits | The Shift Project |Report 2019
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WELCHES SIND DIE ›HOTSPOTS‹ DER UMWELTAUSWIRKUNGEN BEIM FILM?
 
Die Berechnung der Schadstoffemissionen mittels CO2-Rechner lässt die am stärksten klimarelevanten Bereiche, die sogenannten ›Hotspots‹, schnell erkennen und eine Bilanz ziehen. Auch wenn jede Produktion auf Grund ihrer Herstellungsweise individuell zu betrachten ist, kann in der Regel folgendes Ranking im Schadstoff-Ausstoß abgeleitet werden: 1. Mobilität | Unterbringung | Transporte und Transfers für Team und Technik 2. Produktionsbüro | Strom, Klima, Geräte, Materialverbrauch 3. Production Design | Materialien 4. Postproduktion | Digitale Bearbeitung, Speichermethoden 5. Energie am Set | Technik- und Licht-Equipment 6. Catering 7. Müll | Management und Entsorgung Die Sektoren Mobilität mit Unterbringung sowie Produktionsbüro sind die am intensivsten emittierenden Bereiche in der Filmherstellung und bieten das größte Einsparungspotenzial bei einer Umstellung auf Green Producing. credits | GreenFilmTools 2019
 
CO2-WERTE IN DEN EINZELNEN PRODUKTIONSBEREICHEN
 
Im Jahresbericht von 2015 des belgischen Vlams Audiovisuell Fonds FAV wurden die Schadstoffemissionen auf Basis einzelner Arbeitsbereiche in der Herstellung von Spielfilmen errechnet. Es wurde nach den Segmenten Personentransport, Materialien, Postproduktion, Equipment-Transport, Unterkünfte, Catering, Stromverbrauch am Set sowie im Produktionsbüro, Energieverbrauch zur Wärmezufuhr differenziert. Die am meisten Schadstoffe ausstoßenden Bereiche sind demnach Mobilität, Materialien und Postproduktion und zeigen hier das größte Einsparungspotential. Dem Jahresbericht zu Folge wurden für die Spielfilm-Herstellung im Jahr 2015 im Durchschnitt 54,41t CO₂ bzw. 27,9 kg CO₂ per 1.000 € Herstellungskosten emittiert. Die Sektoren Mobilität mit Unterbringung sowie Produktionsbüro als am intensivsten emittierenden Bereiche der Filmherstellung bieten auch das größte Einsparungspotenzial bei einer Umstellung auf Green Producing.
credits | Vlams Audiovisuell Fonds | e-Mission year report 2015
 
WAS KANN EIN CO2-RECHNER?
 
Mit Hilfe eines CO2-Rechners werden THG-Emissionen errechnet. Öffentliche Einrichtungen ermöglichen für Unternehmen aber auch für Privatpersonen das Berechnen von CO2-Emissionen mittels eines Online-CO2-Rechners. Durch Eingabe von Verbrauchswerten in Kategorien wie Strom, Wärme, Mobilität oder Konsum entsteht eine Übersicht über den eigenen CO2-Verbrauch. Dadurch können die ›Hotspots‹ definiert und Einsparungspotentiale sowie Handlungsstrategien abgeleitet werden. Die Ergebnisse werden automatisch in Form von CO2-Äquivalenten (CO2 in t) ausgewiesen.
 
DER CO2-RECHNER ALS BASIS-TOOL FÜR GREEN FILMING
 
Die Berechnung einer CO2-Bilanz ist ein wesentlicher Baustein im unternehmerischen Klimaschutz. Nach dem Motto ›Was man nicht berechnen kann, kann auch nicht gemanagt oder reduziert werden‹, ermittelt man den gesamten Emissionswert einer Film- oder TV-Produktion. Der speziell für Filmproduktionen programmierte CO2-Rechner konvertiert die eingegebenen Daten in CO2-Äquivalente. Auf Basis dieser Hintergrundberechnung wird die gesamte Filmproduktion auf ihre klima- und umweltrelevanten Aktivitäten und Verbrauche gescreent. Dabei werden die sogenannten ›Hotspots‹, i. e. die Bereiche Energie, Transport und Mitarbeitermobilität, Administration, Materialien, Verpflegung und Abfälle, analysiert und Potenzial zu deren Reduktion identifiziert. prismacoop | GreenFilmTools 2019
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WO FINDE ICH ONLINE FILMSPEZIFISCHE CO2-RECHNER?
 
In Österreich entwickelt die Lower Austrian Film Commission (LAFC) in Kooperation mit KlimAktiv derzeit einen eigens für Filmproduktionen programmierten CO2-Rechner, der als Teil des Evergreen Prisma in Kürze online zur Verfügung stehen wird.
In Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und den USA stehen Filmproduktionen bereits filmspezifische CO2-Rechner online zur Verfügung. Bisher gibt es noch keinen europäischen CO2-Rechner für Filmproduktionen.
 
GREEN FILMING DURCH GREEN CONSULTANCY
 
Die Erfahrung zeigt, dass das Engagement für eine nachhaltige(re) Produktionsweise einzelner Mitarbeiter/innen wertvoll und wichtig ist, jedoch häufig nicht ausreicht, um ein Unternehmen und/oder eine Produktion nachhaltig und ökologisch neu auszurichten und entsprechend fundiert zu gestalten. Die/der Green Consultant oder Nachhaltigkeitsbeauftragte/r ist ein von der Produktion ernanntes Stabmitglied des Produktionsdepartment. Sie/er ist beauftragt, den gesamten Herstellungsprozess eines Filmprojektes gemäß ökologischen Aspekten zu optimieren.
Der Einsatz einer/s Green Consultant erfolgt zum frühestmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber im Rahmen der Produktionsvorbereitung, und erstreckt sich über alle Produktionsphasen von der Vorbereitung über die Drehzeit, Postproduktion und Fertigstellung bis hin zur Filmverwertung. Die/der Green Consultant ermittelt mögliche Potenziale und Handlungsalternativen, durch die Ressourcen und Emissionen reduziert werden können, definiert Strategien und setzt Steuerungsmaßnahmen. Dabei ist die Vorgangsweise systematisch und erfolgt in enger Abstimmung mit allen Departments: Produktion, Regie, Kamera, Szenenbild, Kostüm, Maske, Licht und Catering. Ständige Kommunikation sowohl mit dem gesamten Team als auch mit externen Dienstleistern und Unternehmen ist für die gelungene Umsetzung von Green Producing ebenso ausschlaggebend wie die Kommunikation der Resultate der gesetzten Maßnahmen. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
DER NEUE FILMBERUF – GREEN CONSULTANT
 
Green Consultancy ist als neue Profession im Bereich Filmmanagement anzusehen, die den Erwerb von fachlicher Kompetenz und Professionalität durch Aus- und Fortbildung erfordert. Die/der Green Consultant nimmt eine Stabsposition ein und ist als vollwertiges und gleichberechtigtes Gewerk in der Produktion anzusiedeln. Es empfiehlt sich vor diesem Hintergrund, eine/n Nachhaltigkeitsverantwortliche/n zu beauftragen und in das Produktionsteam zu integrieren.
Neben profunder Filmerfahrung und Wissen über alle Abläufe im Herstellungsprozess eines Filmprojektes sind auch bestimmte persönliche Fähigkeiten und Qualifikationen wie Glaubwürdigkeit durch persönliche Motivation und Engagement, Kommunikationsstärke, Durchsetzungsvermögen und Teamgeist von Relevanz. Die Fähigkeit zum Netzwerken sowie Kompetenzen in den Bereichen Ökologie, neue Technologien und Psychologie sind ebenfalls Voraussetzung für dieses Berufsfeld.
Zielgruppe für die Aus-/Weiterbildung zum Green Consultant sind vorzugsweise Filmschaffende der kreativen und technischen Gewerke wie Produktion, Regie, Bildgestaltung und Szenenbild sowie insbesondere der Aufnahmeleitung bzw. Set- und Motiv-Aufnahmeleitung. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
GIBT ES EINE AUSBILDUNG ZUM GREEN CONSULTANT?
 
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WEITERBILDUNG FÜR PROFESSIONELLE FILMSCHAFFENDE IN ÖSTERREICH
Die Komplexität des Themas verlangt eine fundierte Ausbildung und ist auch für die Etablierung dieses neuen Berufsfeldes notwendig. Die LOWER AUSTRIAN FILM COMMISSION ermöglicht im Rahmen ihrer praxisorientierten Vermittlungsarbeit bereits seit 2019 Weiterbildungsseminare zum Green Consultant für professionelle Filmschaffende. Das nächste Green Filming- Seminar findet Anfang März 2020 statt. Professionelle Filmschaffende sind eingeladen, sich bei Interesse an die LAFC wenden.
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AUSBILDUNG FÜR DEN NACHWUCHS IN ÖSTERREICH
Auf Initiative der LAFC bietet die FH St.Pölten im Sommersemester 2020 als erste Ausbildungsstätte Österreichs ein Lehrangebot zum Thema Green Filming an, geleitet vom Green Filming-Experten Philip Gassmann in Kooperation mit der LAFC.
Die Filmakademie Wien hat durch die EVERGREEN Prisma Initiative der LAFC ebenfalls Interesse an der Implementierung von Green Filming in die Lehrpraxis angemeldet.
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WEITERE ANGEBOTE UND AUSBILDUNGEN IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM
Im deutschsprachigen Raum gibt es Institutionen wie die Film Commission FFF Bayern, FFHSH Hamburg Schleswig-Holstein oder die MFG Baden-Württemberg die bereits seit mehreren Jahren - teilweise kostenfreie - Workshops und Ausbildungskurse zum Green Consultant anbieten und in Grundlagenseminaren Knowhow für die Umstellung auf ressourcenschonendes und umweltfreundliches Produzieren vermitteln.
Einzigartig in der EU: IHK Akademie bildet zum Green Consultant Film & TV weiter. Im Sommer 2020 wird in Bayern das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Green Filming institutionalisiert, und zwar mit einer zertifizierten Weiterbildung durch die Industrie- und Handelskammer in Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsexperten Philip Gassmann. Der FFF hat die Entwicklung des Curriculums im Rahmen seiner Standortförderung unterstützt. Die berufsbegleitende und kostenpflichtige Weiterbildung richtet sich an Filmschaffende, die über mehrjährige Berufserfahrung am Set verfügen, wie etwa ProduktionsleiterInnen, AufnahmeleiterInnen, Set-AufnahmeleiterInnen, Motiv-AufnahmeleiterInnen und RegieassistentInnen. Sie besteht aus drei Modulen, Grundlagenseminar, Online- sowie Praxis-Training. Nach bestandener Prüfung erhalten die TeilnehmerInnen ein Zertifikat der IHK Akademie München und Oberbayern. Das erste Seminar für maximal 20 TeilnehmerInnen beginnt im Sommer 2020. Von da an soll es zwei Mal pro Jahr angeboten werden.
 
ZUR ARBEITSWEISE DER/DES GREEN CONSULTANT
 
Der erste Schritt der/des Green Consultant besteht in einer Bestandsaufnahme des prognostizierten CO2-Fußabdruckes. Ausgangspunkt dazu ist die Berechnung des CO2-Ausstoßes mittels CO2-Rechner. Auf Basis des Ergebnisses wird eine erste Bilanz gezogen, um das größte Einsparpotential bei den sogenannten Hotspots, beispielsweise im Schadstoff-Ausstoß oder im Energieverbrauch, zu ermitteln. Ausgehend davon definiert die/der Green Consultant gemeinsam mit jedem Department Schritt für Schritt spezifische Zielsetzungen und erarbeitet einen maßgeschneiderten Handlungsablauf. Mit einem breiten Spektrum an Erfahrung und Fachwissen werden die einzelnen Gewerke auf der Suche nach alternativen Methoden bzw. mit Hinweisen zu ökologisch-zertifizierten Anbietern unterstützt.
Während der Drehzeit kommuniziert die/der Green Consultant regelmäßig mit dem Team über den Status Quo, weitere Zielvorgaben und erreichte Ergebnisse. Das Team wird im Prozess des Green Filming begleitet und dafür motiviert. In dieser Phase der Produktion ist eine punktuelle Unterstützung zur Umsetzung der grünen Maßnahmen am Set durch einen Green Set-Runner anzuraten. Alle gesetzten Aktionen und deren Resultate werden für den internen und externen Gebrauch als wichtige Information fürs Team bzw. für die Öffentlichkeitsarbeit ausführlich dokumentiert. Ist die/der Green Consultant seitens der Produktionsfirma mit einer Zertifizierung des Projekts für Green Producing beauftragt, führt sie/er die für diesen Prozess relevanten Schritte bis hin zum benötigten unabhängigen Gutachten und Abschlussbericht durch. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
ZERTIFIZIERUNG MIT DEM ÖSTERREICHISCHEN UMWELTZEICHEN
 
Seit Jänner 2017 ermöglicht die österreichische Umweltzeichen-Richtlinie 76 für Green Producing vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), den Herstellungsprozess einer Filmproduktion mit dem Österreichischen Umweltzeichen auszeichnen zu lassen.
Die Zertifizierung wird nach Abschluss einer freiwilligen, unabhängig geführten Prüfung bewilligt. Die Kosten hierfür trägt die Filmproduktion selbst. Die Auszeichnung bezieht sich auf das jeweilige Filmprojekt und nicht auf die Produktionsfirma. Den Anstoß für die Entwicklung des Österreichischen Umweltzeichens für Green Producing gab die Produktionsfirma superfilm. Seit 2017 haben sechs Lizenznehmer das Label erhalten. prismacoop | GreenFilmTools 2019
 
WIE ERLANGT MAN DAS ÖSTERREICHISCHE UMWELTZEICHEN?
 
Grundvoraussetzung und erster Schritt im zweistufigen Zertifizierungsverfahren ist ein bestehendes Unternehmensleitbild der Filmfirma zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit sowie die Ernennung eines/r Beauftragten für Green Producing, der/die für die Umsetzung qualitätssichernder Maßnahmen, Informationsweitergabe und Zertifizierung verantwortlich ist. Zudem ist die Beauftragung einer unabhängigen Prüfstelle, beispielsweise durch das ökologische Institut ›pulswerk‹, für das zu erstellende Gutachten erforderlich, um die Übereinstimmung der Filmproduktion mit den angeforderten Richtlinien nachzuweisen.
Nach positivem Abschluss des ersten Teils des Prüfverfahrens wird der Vertrag zur Nutzung des Umweltzeichens für die auszuzeichnende Produktion unterzeichnet.
 
WEITERE KRITERIEN FÜR DAS ÖSTERREICHISCHE UMWELTZEICHEN
 
Im zweiten Schritt sind die Kriterien und nachhaltigen Maßnahmen für die auszuzeichnende Produktion gesondert durch ein unabhängiges Gutachten nachzuweisen. Geprüft wird in den Bereichen/Departments wie Mobilität und Klimaschutz, umweltfreundliches Filmset, Materialien für Szenenbild, Bühnenbau und Requisiten, Maske und Kostüm, Technik für Produktion und Postproduktion, Catering und Unterkünfte.
Hierfür sind Erklärungen über die Einhaltung aller Anforderungen vorzulegen. Eine ausführliche Dokumentation zur Umsetzung der Green Producing-Maßnahmen (Informationsmaterial, Bescheinigungen, Tickets, CO2-Bilanzen, Rechnungen, Fotomaterial usw.) ist diesen Erklärungen beizufügen.
Nach Abschluss des zweiten Schrittes des Zertifizierungsprozesses kann das Logo des Umweltzeichens mit folgender Formulierung in der Kommunikation nach außen verwendet werden: ›Diese Filmproduktion entspricht den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Producing‹.
 
KOSTEN FÜR DIE ZERTIFIZIERUNG MIT DEM ÖSTERREICHISCHEN UMWELTZEICHEN
 
Für das Zertifizierungsverfahren Green Producing trifft die allgemeine Gebührenordnung des Österreichischen Umweltzeichens für Produkte und Dienstleistungen zu. Diese sieht folgende Kosten vor, die sich auf Basis des Jahresumsatzes der jeweiligen ausgezeichneten Produktion errechnen:
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eine Antragsgebühr
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eine jährlich zu erneuernde Nutzungsgebühr.
Hinzu kommen die Kosten für das Gutachten, wobei dafür Fördermöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern bestehen. Eine Gebührentabelle findet sich auf der Website des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.
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WELCHE GREEN INCENTIVE-MODELLE GIBT ES IN EUROPA?
 
Das Thema Nachhaltigkeit in der Film- und Medienindustrie gewinnt weltweit immer mehr an Bedeutung. Neben den USA haben sich auch in Europa grüne Initiativen gebildet, um Filme umweltschonender zu produzieren. Diverse Plattformen, Institutionen, Filmkommissionen und -förderungsinstitutionen stellen neben neuesten Erkenntnissen und Studien auch praktische grüne Leitfäden – manche mit CO₂-Rechnern – bis hin zu diversen Fördermodellen zur Verfügung.
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VIER BEISPIELE VON INCENTIVE-MODELLEN IN EUROPA
Derzeit können vier Arten von Green Incentive-Modellen als Verankerung von Green Filming in der materiellen Filmförderung unterschieden werden: 1. PUNKTEVERGABE Bei der Punktevergabe, die derzeit z.B. der Trentino Film Fund oder der Sardegna Film Fund als Modell anwenden, muss im Vorfeld ein Green Runner bzw. Green Manager festgelegt sowie ein Sustainability Plan mit konkreten Zielen und Maßnahmen erstellt und an die jeweiligen Institutionen kommuniziert werden. Beim Trentino Film Fund überwacht die unabhängige Umweltschutz-Agentur APPA (Agenzia Provinciale per la Protezione dell’Ambiente) die Einhaltung der grünen Kriterien in den einzelnen Produktionsstufen und vergibt bei erfolgreicher Umsetzung ein ›T-GREEN FILM‹-Zertifikat. Dies wird mit einer Bonus-Zahlung belohnt. Dies Modell ist also eine Kombination aus Punktevergabe und Bonuszahlung. Beim Sardegna Film Fund sieht das Punktesystem etwas anders aus. Die Umsetzung grüner Maßnahmen wird mit 5 Punkten belohnt, insgesamt müssen die Förderanträge mind. 60 von 100 Punkten erreichen. Um die nachhaltige Produktionsweise nachvollziehbar zu machen, muss nach Fertigstellung des Projektes ein Bericht der umgesetzten, grünen Maßnahmen inkl. einer Foto- und Videodokumentation vorgelegt werden. 2. BONUSZAHLUNG Für die Bonuszahlung können beispielhaft die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) sowie der Île de France Film Fund genannt werden. Bei der MFG erfolgt die Bonuszahlung in Form einer Bezuschussung der Kosten für den Einsatz eines Green Consultant bei der Herstellung eines von der MFG geförderten Films im Umfang von max. 5.000 Euro. Der Zuschuss ist abhängig vom Einsatz des CO2-Rechners für Film- und TV-Produktionen. Der Eco-Bonus des Île de France Film Fund wird bei nachweislicher Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen und ebenfalls der korrekten Anwendung eines CO2-Rechners ausgeschüttet. 3. FÖRDERGELDER MIT AUSZAHLUNGSBEDINGUNG GREEN CONSULTANCY Für dieses Modell kann stellvertretend das Beispiel des Flanders Audiovisual Fund (VAF) herangezogen werden. Hier werden die letzten 10 % der Fördergelder nur nach Absolvierung der Beratung durch einen Sustainability Advisor und nach Abgabe eines vollständigen Carbon Calculator-Berichtes ausbezahlt. 4. ANRECHENBARKEIT VON AUFWÄNDEN ALS BESTANDTEIL DER HERSTELLUNGSKOSTEN Die deutsche regionale Filmförderstelle Medienboard Berlin Brandenburg und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) wenden dieses Modell an. Die Ausgaben für einen Green Consultant innerhalb der Produktionsförderung werden als Bestandteil der Herstellungskosten anerkannt.
 
GREEN GUIDES – PRAKTISCHE HANDLUNGSLEITFÄDEN
 
Green Filming Initiativen bieten praktische Leitfäden an, die umweltverträgliche und nachhaltige Alternativen aufzeigen und dazu anregen, diese in den bislang üblichen Handlungsablauf einer Filmproduktion zu integrieren. Sie finden Tipps, wie man Abfall vermeidet, den Energieverbrauch verringert, Ideen zu Materialien bis hin zu Checklisten. Einige stellen auch filmspezifische CO2-Rechner, manchmal inklusive entsprechender Projektbetreuung durch Fachkräfte, zur Verfügung.
Die LOWER AUSTRIAN FILM COMMISSION hat 2017 den ersten Green Guide Österreichs, den EVERGREEN, entwickelt, der 2019 zum EVERGREEN Prisma mit Fokus auf praxisorientierten Wissenstransfer ausgebaut wurde. Ein eigener, filmspezifischer CO2-Rechner ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich ab März 2020 online zur Verfügung stehen.
You can find further guidelines online at:
 
ÖSTERREICHISCHE INSTITUTIONEN FÜR NACHHALTIGKEIT IN DER WIRTSCHAFT
 
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ÖSTERREICHISCHES ZENTRUM FÜR NACHHALTIGKEIT
Die Aufgabe des Zentrums ist es, nachhaltige Entwicklung in Österreich ganzheitlich voranzutreiben, zu beschleunigen, Führungskräfte und EntscheiderInnen in Unternehmen und Organisationen zu mobilisieren, Orientierung und Perspektiven zu geben und Projekte gemeinsam mit internationalen ExpertenInnen umzusetzen. Als Koordinierungsstelle agiert das Kompetenzzentrum als erste Anlaufstelle und ist Drehscheibe zu Fragen der Nachhaltigkeit sowie Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Wir unterstützen mit Partnerschaften und Projekten die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen "Agenda 2030 - SDGs" und nachhaltige Entwicklung am Standort Österreich.
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KLIMAAKTIV - BUNDESMINISTERIUM FÜR KLIMASCHUTZ, UMWELT, ENERGIE, MOBILITÄT, INNOVATION UND TECHNOLOGIE (BMK)
klimaaktiv ist eine breit angelegte Klimaschutzinitiative des österreichischen Umweltministeriums. Die klimaaktiv Programme haben alle ein gemeinsames Ziel: weniger CO₂-Ausstoß und verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energieträger. Das Rahmenprogramm ergänzt die ordnungs- und steuerpolitischen Maßnahmen der Österreichischen Klimastrategie. Es soll Klimaschutz-Technologien und -Dienstleistungen einen besseren Marktzugang eröffnen, und deren rasche Einführung fördern, sowie Technologie mit Anwendungsgebieten vernetzten. Die Methodik ist „konsequent auf die Schaffung von Kooperationen ausgerichtet“, in der Form eines landesweiten Kompetenznetzwerks im Bereich des Gewerbes und dem Hochschulsektor, und Förderung der Kontakts dieses Netzwerks mit den klimarelevanten Bereichen der Nachfrage.
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ÖSTERREICHISCHES ÖKOLOGIE-INSTITUT
Das Österreichische Ökologie-Institut wurde 1985 als unabhängiger, gemeinnütziger Forschungsverein gegründet und setzt sich für den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft ein. Der Verein bezweckt mit all seinen Aktivitäten die Eindämmung des durch den Menschen verursachten Klimawandels und unterstützt die Dekarbonisierung Österreichs. Im Dezember 2012 wurde mit der Gründung der pulswerk GmbH ein neues Kapitel in der Geschichte des Instituts gestartet: Das Österreichische Ökologie-Institut forscht, pulswerk berät und unterstützt als Beratungsunternehmen des Instituts bei der Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Prozessen, Produkten und Dienstleistungen.
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PULSWERK – BERATUNG ZUR UMSETZUNG NACHHALTIGER PROZESSE
Die ›pulswerk‹ GmbH wurde 2012 vom Österreichischen Ökologie-Institut gegründet. Während letzeres für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft forscht, berät ›pulswerk‹ Unternehmen und Politik bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen. ›pulswerk‹ ist im Bereich der unternehmens- und projektbezogenen Umweltberatung in zahlreichen Zertifizierungs- und Qualitätssicherungssystemen gelistet. Seit 2017 ist es berechtigt, Beratung und Prüfung für das Österreichische Umweltzeichen (UZ) im Bereich Green Producing durchzuführen.
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DER EUROPÄISCHE GREEN DEAL – EUROPA WILL ERSTER KLIMANEUTRALER KONTINENT WERDEN
 
Der europäische Green Deal ist einer der sechs Prioritäten der Europäischen Kommission. Klimawandel und Umweltzerstörung sind existenzielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Deshalb braucht Europa eine neue Wachstumsstrategie, wenn der Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft gelingen soll, in der bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt wird und niemand, weder Mensch noch Region, im Stich gelassen wird. Der europäische Grüne Deal ist der Fahrplan für eine nachhaltige EU-Wirtschaft. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, dass klima- und umweltpolitische Herausforderungen in allen Politikbereichen als Chancen gesehen und der Übergang für alle gerecht und inklusiv gestaltet wird.
 
UMWELTMANAGEMENT
 
Das Umweltmanagement ist der Teilbereich des Managements einer Organisation (Unternehmen, Behörde, etc.), der sich mit den betrieblichen und behördlichen Umwelt(schutz)belangen der Organisation beschäftigt. Es dient zur Sicherung einer nachhaltigen Umweltverträglichkeit der betrieblichen Produkte und Prozesse einerseits, sowie der Verhaltensweisen der Mitarbeiter und Stakeholder andererseits. Hierzu gehören u.a.:
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die Umweltpolitik der Organisation, z. B. eine Identifizierung und Aktivierung der Schnittmengen aus ökologisch und ökonomisch vorteilhaften Maßnahmen
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der Umweltschutz, z. B. technische Maßnahmen zur Verringerung der Umwelteinwirkungen, Vermeidung von nicht vertretbaren Umweltschädigungen und -inanspruchnahmen, Beiträge zur Vorsorge und Sanierung
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die Umweltleistung, d.h. die messbaren Ergebnisse bzgl. der Umweltauswirkungen wie etwa Emissionen, Abwasser und Bodenverunreinigungen
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die Einhaltung der behördlichen Auflagen bzw. der gesetzlichen Grenzwerte
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die Normierungsverantwortung, d.h. eine Unterstützung einer der Ökologie gerechten Verhaltensnormierung der Stakeholder
Das Umweltmanagement wird in der Regel von Umweltmanagementbeauftragten (UMB) geführt und betreut. In Form eines Umweltmanagementsystems (UMS) werden die Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, Abläufe und Vorgaben zur Umsetzung der Umweltmanagements der Organisation strukturiert festgelegt.
 
UMWELTMANAGEMENT-SYSTEME
 
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DIE VORTEILE DER ANWENDUNG EINES UMWELTMANAGEMENTSYSTEMS
RECHTSSICHERHEIT | und ihre Gewährleistung EFFIZIENZSTEIGERUNG | des Produkts und der Produktion SPARPOTENTIALE | sie lassen sich finden und aufzeigen ÖKOBILANZ | Feststellung der Umweltwirkungen von Produkt und Produktion durch systematische Analyse BOOSTER | Aufwertung des Image ZUKUNFTSFÄHIGKEIT | Unternehmen und Produktion zeitgemäß und innovativ ausrichten
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EMAS – DAS EUROPÄISCHE UMWELTMANAGEMENT
EMAS, das ›Eco-Management und Audit Scheme‹, ist ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union für nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Verwaltung. Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche werden dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Ziel von EMAS ist die Schaffung und Anwendung von Umweltmanagementsystemen (UMS) durch Organisationen und die systematische, objektive und regelmäßige Leistungsbewertung dieser UMS. Organisationen der Privatwirtschaft und des öffentlichen Sektors können sich freiwillig beteiligen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) ist als zuständige Stelle in Österreich seit dem Jahr 2000 bei EMAS federführend involviert.
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ISO 14001 – DIE INTERNATIONALE UMWELTMANAGEMENTNORM
Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und ist Teil einer Normenfamilie. Diese beinhaltet zahlreiche weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements, unter anderem zu Ökobilanzen, zu Umweltkennzahlen bzw. zur Umweltleistungsbewertung. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden. Die ISO 14001 ist 1996 erstmals von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht worden (14001:1996), die aktuelle Version lautet ISO 14001:2015.
 
UMWELTMANAGEMENT-SYSTEME | ECO-MAPPING
 
Ecomapping ist ein einfaches, praktisches Werkzeug, das den Organisationen den Einstieg ins Umweltmanagement erleichtert. Es geht darum, Tätigkeiten oder die technische Ausrüstung mit Auswirkungen auf die Umwelt, die Auswirkungen und bereits bestehende Praktiken des betrieblichen Umweltschutzes in einem gemeinsamen Prozess in Karten zu erfassen. Das Erstellen der Karten kann als Umweltprüfung beispielsweise für EMAS genutzt werden. Diese Informationen werden vor Ort erfasst, dabei wird systematisch ein Bild des betrieblichen Umweltschutzes gewonnen. Dieser visuelle Ansatz macht Ecomapping leicht verständlich und kann daher auch für die Schulung der Mitarbeiter und die Information der Öffentlichkeit verwendet werden und macht Ecomapping auch besonders geeignet dafür, die Mitarbeiter von Anfang an in den Prozess einzubeziehen.
 
FINDER FÜR NACHHALTIGE FAHRZEUGE
 
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AUTO-UMWELTLISTE | VCS VERKEHRS-CLUB DER SCHWEIZ
Die Auto-Umweltliste bewertet neue Personenwagen auf ihre Umweltwirkung hin und zeigt, welche Modelle die Umwelt am wenigsten schädigen. Die Auto-Umweltliste berücksichtigt die Emissionen des Treibhausgases CO₂, den Lärm, und bei Autos mit Verbrennungsmotor die Luftschadstoffe. Bei Elektroautos werden die Umweltschäden durch die Batterieherstellung einbezogen. Das Bewertungssystem für Verbrennungsmotoren-Autos wurde 1997 vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) in Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem deutschen Umweltbundesamt entwickelt und seitdem mehrfach aktualisiert
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VCD-AUTO-UMWELTLISTE | ÖKOLOGISCHER VERKEHRSCLUB DEUTSCHLAND E. V.
Seit 1989 nehmen die Autoexpertinnen und –experten des VCD aktuelle Pkw-Modelle unter die Lupe. Die zentrale Frage: Geprüft werden Sprit- und CO₂-Verbrauch, Lärm sowie ausgestoßene Schadstoffart und -menge. Alle zwei Jahre erfolgt zudem eine Untersuchung des Umweltengagements der Autohersteller. Mit dem Ranking bietet der VCD eine fundierte Entscheidungshilfe beim Autokauf, gleichzeitig ist es wichtiges Druckmittel gegenüber Industrie und Politik.
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ECOTEST| ADAC | DIE SAUBERSTEN FAHRZEUGE
Geht es nach den Selbstdarstellungen der Hersteller, sind alle ihre Fahrzeuge umweltfreundlich. Doch das stimmt nicht immer. Denn nach wie vor gibt es große Unterschiede beim CO₂-Ausstoß und den Schadstoffen, wie die Bilanz des ADAC Ecotest des Jahres 2019 zeigt.
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Elektro-, Hybrid- und Erdgasautos sind am saubersten
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Nur 6 von 122 getesteten Fahrzeugen erhalten volle fünf Sterne im ADAC Ecotest
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Große SUVs und sportliche Modelle schneiden am schlechtesten ab
 
HYBRIDANTRIEB – ÜBERBLICK
 
Das Wort ›Hybrid‹ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet von ›zweierlei Herkunft‹. Ein Hybridfahrzeug verfügt über zwei Motoren: einen Elektromotor und einen klassischen Verbrennungsmotor. Je nach Typ ist jeweils der eine oder der andere Motor größer bemessen. Ein Hybridantrieb nutzt beim Fahren automatisch eine energiesparende Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Entweder beide sind in Betrieb oder nur eine der beiden Antriebsarten. Der Elektromotor sorgt für emissionsfreie Mobilität auf Kurzstrecken, der Verbrennungsmotor sichert die Reichweite von konventionellen Fahrzeugen. Je mehr künftige Akkus leisten, desto größer kann auch der elektrische Anteil innerhalb von Hybridfahrzeugen werden. Die Kombination dieser beiden Motorenarten soll die spezifischen Vorteile der Antriebsarten vereinen – und die Nachteile ausgleichen. Dieses Zusammenspiel ist zwar technisch komplexer als bei nur einem Motor. Unterm Strich wird aber der Energieverbrauch gesenkt, da die eingesetzte Energie effizienter genutzt wird. Hybridantriebe sind auf der Straße umweltschonender als konventionelle Antriebe. Fahren sie rein elektrisch, werden keinerlei Schadstoffe oder Feinstaub ausgestoßen. Sind sie im Kombibetrieb in einer Stadt unterwegs und müssen an einer Ampel halten, können sie anstatt im Leerlauf zu sein, den Verbrennungsmotor abstellen – es entstehen weniger Abgase. Zudem lässt sich der Elektromotor als Generator nutzen, wenn das Fahrzeug bremst: Elektrische Energie wird so zurückgewonnen und die Akkus werden damit wieder aufgeladen. Dieser Vorgang heißt Rekuperation oder Bremsenergierückgewinnung.
 
VOLLHYBRID
 
Diese Hybrid-Spielart ist die bewährteste und die global am weitesten verbreitete. Ein oder mehrere Elektromotoren und ein Benziner teilen sich die Arbeit so intelligent und flexibel auf, dass sie gemeinsam nicht mehr Sprit als ein Diesel verbrauchen. Als ›voll‹ gilt diese Art des Hybridantriebs, weil sie auch rein elektrisches Fahren erlaubt, ein ›milder‹ Hybrid könnte das nicht. Weil der Vollhybrid aber nur über eine relativ kleine Batterie verfügt, die zudem nicht extern aufladbar ist, kommt er im Stromer-Modus nicht besonders weit – im Gegenzug ist er gerade deswegen relativ günstig. Zumindest im Vergleich mit E-Autos und Plug-in-Hybriden. Vollhybride nach klassischem Zuschnitt finden sich aktuell nur bei asiatischen Herstellern, vor allem bei Toyota und Lexus, seit einiger Zeit auch bei Hyundai und Kia. Zu haben ist die Technik in zahlreichen Fahrzeugklassen vom Kleinwagen über diverse SUV-Segmente bis zur Oberklasselimousine. Zu den beliebtesten Modellen zählt der Toyota Corolla, der in der 90 kW/122 PS starken Basisvariante mit 3,3 Litern Kraftstoff auskommt. Mit knapp 27.300 Euro liegt der Kaufpreis auf dem Niveau eines ähnlich motorisierten Diesels.
 
PLUG-IN-HYBRID
 
Der gerne auch als PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) abgekürzte Antrieb ist je nach Perspektive ein Vollhybrid mit extern aufladbarer Batterie oder ein Elektroauto mit zusätzlichem Verbrennungsmotor. Weil der Gesetzgeber letztere Sichtweise vorzieht, wird der Kauf auf verschiedene Arten gefördert – nicht zuletzt durch die 0,5-Prozent-Regelung bei der Nutzung als Dienstwagen. Größter Vorteil des Konzepts ist die Kombination einer pendlertauglichen Elektro-Reichweite von in der Regel rund 50 Kilometern mit einem Verbrennungsmotor, der auf längeren Strecken vor dem Liegenbleiben oder den Zwang zum Stromtanken bewahrt. Nachteil ist der jeweils recht hohe Verbrauch in beiden Antriebsmodi – auch, weil jeweils die andere Motor-Alternative mitgeschleppt werden muss. Der Großteil des Angebots siedelt sich in den gehobenen Dienstwagen- oder SUV-Klassen und vor allem bei deutschen Premiumherstellern an, wo die Technik häufig auch zur Performance-Verbesserungen dient. Seit einiger Zeit gibt es aber auch Alternativen in kleineren Klassen, die den Fokus auf Sparsamkeit legen. Europaweit meistverkaufter PHEV ist seit Jahren das Mittelklasse-SUV Mitsubishi Outlander, das auf eine besonders ausgereifte Variante mit einem Benziner und zwei Elektromotoren setzt und rund 38.000 Euro kostet. Der Normverbrauch beträgt 1,8 Liter.
 
MILD-HYBRID
 
Die Mild-Hybrid-Technik hält in der Autowelt mehr und mehr Einzug. Die Rede ist von einer Variante eines Hybridfahrzeugs, bei der der Elektromotor lediglich eine Hilfsfunktion übernimmt und maximal kurze Strecken allein fahren kann. Abzugrenzen ist der Mild-Hybrid gegenüber einem Voll-Hybrid oder auch dem Plug-In-Hybrid, die beide auf Wunsch auch als reine Elektroautos unterwegs sind. Ein Mild-Hybrid ist hingegen ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, dessen Leistung durch clevere Technologie maßgeblich gesteigert wird. Möglich wird dies durch eine Kombination an Systemen, die sich je nach Hersteller in Details voneinander unterscheiden. International hat sich für Mild-Hybride die Abkürzung MHEV (mild hybrid electric vehicle) durchgesetzt. Vereinfacht ausgedrückt, funktioniert ein Mild-Hybrid, indem ein Elektromotor durch den Motor mit Energie versorgt wird und diese abspeichert. In geeigneten Situationen wird die gespeicherte Energie wieder genutzt und sorgt für eine Ersparnis von bis zu einem Liter auf 100 Kilometern.
 
SERIELLER HYBRID
 
Während bei den meisten Hybrid-Konzepten Verbrennungs- und Elektromotor parallel geschaltet sind, damit sie beide Antriebsarbeit verrichten können, sind sie beim seriellen Hybrid hintereinander montiert. Der Verbrennungsmotor wirkt dann nicht auf die Räder, sondern treibt lediglich einen Generator an, der Strom für einen Elektromotor produziert. Er wird also zu einem kleinen Elektrizitätswerk, kann in dieser Rolle gleichmäßiger und sparsamer arbeiten als ein Antriebsmotor. Das Prinzip ähnelt dem des Range Extenders beim Elektroauto, allerdings gibt es nicht zwingend die Möglichkeit, die Batterie auch direkt an der Steckdose zu laden. Aktuell setzt Honda beim CR-V auf dieses ungewöhnliche Konzept.
 
48-VOLT-MILDHYBRID
 
Hybridautos sind sparsam und ausgereift – aber auch ziemlich teuer. Nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in Wartung und Produktion. Denn das Hochspannungssystem an Bord macht Fertigung und Reparaturen gefährlich. Günstiger und sicherer sind da die 48-Volt-Hybridsysteme, die aktuell immer populärer werden. Die Niederspannungstechnik macht Schutzmaßnahmen gegen Stromschläge unnötig, Batterie und der zum Hilfsmotor ausgebaute Startergenerator sind klein ausgelegt und entsprechend billig. Rein elektrisches Fahren ist aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit in der Regel nicht möglich, stattdessen unterstützt das Stromaggregat den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen. Danach dient er als Generator, um Bremskraft zurückzugewinnen – was er deutlich effizienter macht als die üblichen 12-Volt-Lichtmaschinen. Dazu kommen Vorteile bei Performance und Fahrbarkeit, was kleiner Hubräume bei den Verbrennern ermöglicht. Der Verbrauch soll so je nach Modell um mehrere Zehntelliter bis zu knapp einem Liter sinken. Aktuell ist die 48-Volt-Technik noch vor allem in teureren Fahrzeugen im Einsatz, in den kommenden Monaten werden die Autohersteller aber zahlreiche kleinere Modelle nachschieben, um die künftigen CO₂-Limits zu erreichen.
 
MICRO-HYBRID
 
Micro-Hybrid ist meist nur eine etwas wohlklingendere Bezeichnung für Autos mit Start-Stopp-System. Diese schon seit Jahren gängige Technik stellt den Motor beim Ampelstopp automatisch aus, tut das aber in letzter Zeit zunehmend früher, häufig schon beim langsamen Ausrollen vor dem Stillstand. In Einzelfällen kann der dafür nötige aufgewertete Startergenerator aber noch mehr: Beim Suzuki Swift etwa springt er dem 82 kW/111 PS starken 1,0-Liter-Benziner beim Anfahren und Beschleunigen zur Seite. Mit viel weniger Kraft als beim Vollhybrid und dem 48-Volt-Hybrid, doch mit genug Engagement, um den Normverbrauch auf 4,3 Liter zu drücken. Mit 19.520 Euro ist der Kleinwagen aber deutlich teurer als das Einstiegsmodell ohne diese Technik. Die Ausdifferenzierung der Hybrid-Technik wird in Zukunft weitergehen. Denn Autos müssen angesichts der kommenden CO₂-Limits sparsamer werden. Zum Discount-Preis wird die Technik auch dann nicht zu haben sein, gegenüber heute dürfte die Einstiegshürde jedoch weiter sinken.
 
ALTERNATIVE GENERATOREN
 
Beim Außendreh von Film- und TV-Produktionen ist die Nutzung mobiler Stromerzeuger unerlässlich. Üblicherweise werden dafür Dieselgeneratoren verwendet, bei denen die CO₂-, Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen ausgesprochen hoch sind. Viele, vor allem ältere Dieselgeneratoren müssen keinen Partikelfilter haben, wenn sie unter einem gewissen Grenzwert laut EU-Norm liegen. Zum Umweltaspekt kommt hier noch die Tatsache, dass die WHO die Dieselabgase mittlerweile als definitiv krebserregend einstuft. Die Energieversorgung muss trotz allem gewährleistet, stabil, bezahlbar und leise sein. Sie sollte auch bei unterschiedlichen Lastgängen effizient sein und, zwecks Nachhaltigkeit, im besten Fall keine Emissionen generieren. Es gibt bereits unterschiedliche Lösungen für eine klimafreundliche mobile Stromerzeugung und neue Entwicklungen kommen demnächst auf den Markt.
 
ALTERNATIVE GENERATOREN – HYBRID-GENERATOR
 
Im Hybridgenerator wird ein Dieselgenerator mit Solarzellen und einer großen Speicherbatterie kombiniert. Der Generator läuft nur, wenn die Batterieladung zur Neige geht. Mit dem MB-Filmhybrid 100 bringt beispielsweise die Kölner Firma Maier Bros. einen umweltfreundlichen Hybrid-Stromerzeuger für die Film- und Medienindustrie auf den Markt, der zu großen Teilen emissionsfrei läuft. Das Filmaggregat kombiniert die vier verschiedenen Betriebsmodi Akku-, Solar-, Netz- und Gasbetrieb (LPG). Bei einer kleinen bis mittleren Last (bis zu 12 KW) kann das System zur Gänze über das Akkupack gespeist werden, das über eine Systemkapazität von 24 KWh verfügt. Sobald die Lastanforderung steigt oder die Akkus geladen werden müssen, startet automatisch der Stromgenerator, der über eine Leistung von 88 KVA verfügt. Dank Gasmotor ist der mit LPG (Liquefied Petroleum Gas) betriebene Super Silent Filmgenerator sehr emissionsarm, denn er produziert keinen Feinstaub, kaum Stickoxyde und deutlich weniger CO2.
 
ALTERNATIVE GENERATOREN – GASGENERATOR
 
Der Gasgenerator ist im Ausland weit verbreitet, in Österreich und Deutschland bisher leider wenig zu finden. Gas ist schadstoffarm und somit wesentlich umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel. Da so gut wie keine giftigen Abgase emittiert werden, kann der Gasgenerator unbedenklich am Set eingesetzt werden. Das Gas verbrennt ohne Rückstände und die Geruchsbildung ist äußerst gering. Einer der angenehmsten Effekte sind die Verbrauchskosten: 40 Prozent geringere Treibstoffkosten bei Erdgas (CNG) gegenüber Dieselaggregaten und 20 Prozent geringere Treibstoffkosten bei Flüssiggas (LPG). Gasgeneratoren haben auch ohne spezielle Lärmdämmung geringere Geräuschemissionen als die Dieselvariante.
 
ALTERNATIVE GENERATOREN – AKKU-/SOLAR-GENERATOR
 
In Bereichen mit geringem Strombedarf bieten sich mobile Energiespeichersysteme (z. B. Stromkoffer) an, die über verschiedene Energiequellen wie Solarpanele, Windräder, Brennstoffzellen oder Netzstrom geladen werden können. Diese Energie wird in einer Hochleistungsbatterie gespeichert und dem Verbraucher in gängigen Formaten zur Verfügung gestellt. Mobile Energiespeichersysteme eignen sich für Anwendungen in z. B. Kühlschränken, Lampen, TV- oder Audiogeräten, Computern, Ventilatoren und Klimaanlagen. Stromkoffer werden als besonders anwenderfreundlich, leicht transportabel, robust und sicher beschrieben.
 
ALTERNATIVE GENERATOREN – WASSERSTOFF-GENERATOR
 
Eine ambitionierte mobile Energielösung soll in Europa im Rahmen des Projekts Everywh2ere entstehen. Ziel des auf 6,76 Mio. Euro budgetierten EU-Projektes Horizon 2020 ist es, wasserstoffbetriebene Stromgeneratoren, die in europäischen Städten eingesetzt werden, zu einem erschwinglichen Preis zu produzieren. An diesem Konsortium sind zwölf Partner aus sechs Ländern beteiligt, zu denen Technologiezentren, Experten für Brennstoffzellensysteme, Wasserstoffproduzenten sowie ein Bauunternehmen gehören. Ihre Expertise mit Brennstoffzellenanwendungen im Automobilbereich, robusten Stapeln von Brennstoffzellen und Wasserstoffdruckspeichern mit einem geringen Gewicht, wird eingesetzt um mobile Energielösungen zu produzieren. Insgesamt sollen acht Brennstoffzellensysteme mit einer Leistung von 25 kW und 100 kW entwickelt werden. Ab 2020 sollen die emissionsfreien Stromgeneratoren auf Baustellen, Musikfestivals und anderen Events in ganz Europa zum Einsatz kommen. Es ist geplant, die Brennstoffzellenlösung auch an Filmsets getestet werden.
 
LED | LIGHT-EMITTING DIODE
 
Eine Leuchtdiode (LED = light-emitting diode, ›lichtemittierende Diode‹, auch Lumineszenz-Diode) ist ein Halbleiter-Bauelement, das Licht ausstrahlt, wenn elektrischer Strom in Durchlassrichtung fließt. In Gegenrichtung sperrt die LED. Somit entsprechen die elektrische Eigenschaften der LED denjenigen einer Diode. Das Licht kann für das menschliche Auge sichtbar oder im Bereich von Infrarot- bzw. Ultraviolettstrahlung sein. Die Wellenlänge hängt vom Halbleitermaterial und der Dotierung ab.
 
LED | VORTEILE
 
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GERINGER STROMVERBRAUCH
Die Lichtausbeute aktueller LED Lampen liegt bei etwa 80 – 100 lm/W (Lumen pro Watt). Einige Hochleistungs-LEDs erreichen sogar über 300 lm/W. Halogenlampen liefern nur etwa 12 lm/W. Durch diese hohe Effizienz der LED Technik fällt der Energieverbrauch um das 6 bis 8-fache geringer aus. Es kann also geprüft werden, ob ein Generator noch notwendig ist.
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SEHR HOHE LEBENSDAUER
Die altbekannte Glühlampe hatte eine Lebensdauer von nur 1.000 bis 2.000 Stunden. Halogenlampen hielten etwa 4.000 Stunden und Energiesparlampen immerhin bis zu 10.000 Stunden. Die Lebensdauer von LED Lampen beträgt selbst bei günstigen Leuchtmitteln mindestens 15.000 Stunden. Qualitativ bessere LEDs halten zwischen 20.000 und 50.000 Stunden. Die genaue Lebensdauer sollte stets auf der Packung aufgedruckt sein.
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HOHE LICHTAUSBEUTE
Die Lichtausbeute (Kurzzeichen: η) ist das Maß für die Effizienz von Lichtquellen, sie zeigt an, wie viel Energie für einen bestimmten Lichtstrom aufgewendet werden muss und wird in Lumen pro Watt (lm/W) angegeben. Dabei gilt: Je höher dieser Wert, desto effizienter ist das Leuchtmittel. Einige Beispiele: Glühlampe: 12 lm/W | Halogenlampe: 25/W | Energiesparlampe: 86 lm/W | stabförmige Leuchtstofflampe: 110 lm/W | LED-Lichtquelle: 180 lm/W
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EINSTELLBARE HELLIGKEIT
In der Anfangszeit der LED Technik waren dimmbare LED Lampen die Ausnahme. Es gab maximal Leuchten, dessen Helligkeit in mehreren Stufen einstellbar war. Inzwischen lassen sich viele LED Lampen stufenlos dimmen. Beim Dimmen ist außerdem keine Veränderung der Farbtemperatur festzustellen.
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GROSSE FARBAUSWAHL
Mit LEDs lassen sich nicht nur alle Lichtfarben erzeugen, es gibt auch ein breites Spektrum an weißen LED Lampen mit den unterschiedlichsten Farbtemperaturen. So lässt sich an jedem Einsatzort die gewünschte Lichtstimmung erzeugen. Man spart sich damit den Einsatz von Farbfolien.
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KEINE SCHADSTOFFE
Ein großer Nachteil der Energiesparlampen ist das enthaltene Quecksilber. Dieses ist hochgiftig, weshalb die Lampen als Sondermüll entsorgt werden werden müssen. Wenn eine solche Lampe zu Bruch geht und das Quecksilber unkontrolliert austritt, kann das aus gesundheitlichen Gründen problematisch sein. LED Lampen enthalten keine hochgiftigen Schadstoffe, müssen bei einem Defekt aber wegen der integrierten Elektronik trotzdem über den Elektroschrott entsorgt werden.
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FLEXIBLES DESIGN
Durch die kompakte Bauform von LEDs ist ein sehr flexibles Design von LED Leuchten möglich. Damit lassen sich nicht nur LED Replacements für die bekannten Lampenfassungen und Sockel herstellen. Prinzipiell ist die Herstellung beliebiger Bauformen möglich, weshalb beim Design einer Leuchte kaum Grenzen gesetzt sind.
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LED TAGESLICHTSCHEINWERFER GÜNSTIGER ALS HMI TAGESLICHTSCHEINWERFER
Ein LED Tageslichtscheinwerfer ist in aller Regel günstiger als ein konventioneller Tageslichtscheinwerfer.
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KEINE VERBRENNUNGSGEFAHR
Durch die hohe Effizienz erzeugen LED Leuchtmittel deutlich weniger Abwärme als Halogenlampen. Diese wurden im Betrieb so heiß, dass man sie nicht berühren sollte. LED Lampen werden üblicherweise maximal handwarm, so dass hier keine Verbrennungsgefahr besteht. Dadurch ist es kein Problem, beispielsweise eine LED Stehlampe im eingeschalteten Zustand auszurichten. Davon ausgenommen sind einige sehr kleine, trotzdem leistungsstarke LED Leuchtmittel. Durch ihre Bauform gibt es nur eine minimale Kühlfläche, worüber die Verlustwärme abgegeben werden kann. Deshalb können diese Leuchtmittel trotz LED Technik sehr heiß werden und sollten im Betrieb nicht berührt werden.
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HOHE STOSSFESTIGKEIT UND WENIGER GEWICHT
Im Gegensatz zu Halogen- oder Energiesparlampen sind LED Lampen sehr unempfindlich gegen Stöße. So kann man diese im eingeschalteten Zustand einstellen oder schwenken, der Zeitaufwand hierfür ist im Vergleich zu der Einrichtung herkömmlicher Scheinwerfer also sehr klein. Außerdem erleichtert das geringe Gewicht die Handhabung. Es sind auch keine Vorschaltgeräte nötig und man man hat weniger Kabelmaterial.
 
LED | SCHEINWERFER VON KLEIN BIS GROSS
 
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DEDO WEIGERT
LEDZILLAS und DLED's sind qualitativ hochwertige LED Kopflichter und Scheinwerfer der Firma Dedo Weigert.
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COEMAR
Verschiedene LED-Profilscheinwerfer der Firma Coemar, etwa der Coemar LEDko.
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ARRI
Die neue Generation fokussierbarer und regelbarer Scheinwerfer (Stufenlinse) der Firma Arri verbindet Leistung mit Effizienz. Beim LED L7C sind alle Farben manuell einstellbar.
Das Arri SkyPanel wiederum ist in verschiedenen Größen erhältlich: als S30, S60, S120 und S360. Der S60 als mittelgroße Variante mit einer Leuchtfläche von 645 x 300 mm ist eine Flächenleuchte für eine Vielzahl von Anwendungen.
Weiters bietet der ARRI Orbiter mit 400-500 W als ultra-heller, dimmbarer LED-Scheinwerfer mit einer Weißlichtausgabe von 2.000 K bis 20.000 K eine kontinuierlich variabel korrelierte Farbtemperatur. Er hat ein kleines Array, aber eine große Lichtausbeute und kann ferngesteuert werden.
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APUTURE
Der C300D ist ein leichter, leistungsstarker und kompakter LED-Scheinwerfer der Firma Aputure.
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KINOFLO
KinoFlo Celeb 400, eine Bi-Color LED Leuchte (2500 bis 9900 K) mit eingebautem Netzteil inkl. Louver/HP 90° und Yoke Assembly.
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CARPETLIGHT
LED-Textillampen, die sich durch ihre geringe Stärke von unter 10 mm und das geringe Gewicht von um die 1000g pro m2 auszeichnen. Sie sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich, etwa die Modelle ›Carpetino‹ bis ›CL8X8‹.
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SUMOLIGHT
SUMOSPACE ist ein kompaktes und innovates Bi-Color LED Panel-System der Firma Sumolight.
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RODLIGHT
Sehr leichtes LED-Weichlicht der Firma Rodlight mit 10 Meter Länge, aufblasbar ohne Kompressor. Die Intensität ist stufenlos regelbar.
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AEROLUTION
LED-Drohne in verschiedenen Ausführungen der Firma Aerolution. Das MovingLight LED Module ist eine Einzelanfertigung und darauf ausgerichtet, maximale Leuchtkraft bei minimalem Gewicht zu erzeugen. Die Flugzeit der Drohne und die Leuchtdauer des LED Moduls liegt jeweils bei etwa 10-15 Minuten. Alle MovingLight Module lassen sich ferngesteuert Ein- und Auschalten.
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DESISTI
Die SUPER LED Serie der Firma Desisti. Das Modell SuperLED F7 etwa ist vergleichbar mit einem 575W HMI, aber im Preis günstiger. Mit der 175mm Fresnellinse und dem 160W Array weist die neue Generation der Fresnel SUPER LED Serie einen noch höheren CRI und Lichtoutput auf. Die High Power LED F7 steht in einer Indoor- und einer Outdoor-Variante zur Verfügung.
Zu den großen Einheiten gehört der Desisti SUPER LED F14. Er ist vergleichbar mit einem 1,2 KW-HMI. Dieser LED-Scheinwerfer hat eine 350mm Fresnellinse und ein 360W Array. Mit der patentierten Optik wird eine gleichmäßige Ausleuchtung und ein äußerst präzises Abschatten mit den Torklappen erreicht. Durch die Gleichstromdimmung (kein PWM) sind Flickereffekte selbst bei Highspeed bzw. Slow Motion Aufnahmen nicht zu befürchten. Es stehen die folgenden Farbtemperaturen zur Auswahl: 3.200K (Tungsten bzw. Kunstlicht) und 5.600K (Daylight bzw. Tageslicht). Wie beim SUPER LED F7 stehen eine Indoor- und eine Outdoor-Variante zur Verfügung.
Eine weitere große Einheit ist der Desisti AUREA aus der innovativen LED-Serie ›The Muses of Light‹, die in Zusammenarbeit mit Vittorio und Francesca Storaro entwickelt wurde. Eine große Menge an LED-Leuchten sind auf einem scheibenförmigen Träger angebracht und können stark gebündelt werden, sodass der Eindruck eines Sonnenstrahls entsteht. Die Beleuchtungsstärke liegt bei 30.000 Lux auf 10 Meter, der Verbrauch bei 3200 W.
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ZYLIGHT
Der Zylight F8 ist ein preisgekrönter, kompakter LED-Fresnel Scheinwerfer der Firma Zylight, wasserdicht nach Schutzart IP54 und in zwei Versionen erhältlich: 3200K und 5600K. Der Abstrahlwinkel von 16-70° stufenlos einstellbar.
Die Zylight IS3/c ist eine LED-Flächenleuchte mit Fresnel-Linse und hohem CRI. Sie hat eine variable Farbtemperatur & Farbkorrektur, eine integrierte DMX- & Drahtlossteuerung und eine extrem hohe Lichtausbeute. Ausgezeichnet mit dem SIEL Award 2013.
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CINEO LIGHTING
Der CINEO REFLEX R15 kann zu den großen Einheiten gezählt werden. Er ist vergleichbar mit einem 6 KW-HMI und verbraucht 1500 W. Der Scheinwerfer hat eine Flüssigkühlung, verschiedene Vorsätze und ist fernsteuerbar. Das Array ist ein verstellbarer Konus.
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MOLE RICHARDSON
Die Firma Mole Richardson bietet eine große Auswahl an LED-Scheinwerfern, die in Europa bisher allerdings schwer zu erhalten sind. Die größte Einheit ist der MOLE LED 24" 20KW mit einem Verbrauch von 3000 W, erhältlich in einer Tageslicht- und einer Kunstlicht-Variante.
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AYRTON WILDSUN
Die neue WildSun K25-TC (True Color) der Firma Ayrton ist eine Weiterentwicklung der WildSun K25, die speziell für hochauflösende Aufnahmen und Sendungen ausgelegt ist, sie wird auch für Bühnenshows verwendet. Diese Leuchte erzeugt ein hochwertiges Licht ohne zu flackern und erreicht eine genau kalibrierte Farbtemperatur von 5700 K und einen Farbwiedergabeindex von mehr als 92. Die LED-Leuchte entspricht dem klassischen Fresnel HMI 4.000 W und 6.000 W. Ausgestattet mit 217 LED-Strahlern liefert sie mehr als 63.000 Lumen Gesamtleistung bei 40% weniger Energieverbrauch, der Stromverbrauch liegt bei 1600 W.
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LIGHTMAN LED LUXED-9
Die LIGHTMAN LED Luxed-9 der Firma Lightstar aus China zählt zu den Dino-Leuchten. Sie ist zusammengesetzt aus 9 x 180 W Einzelleuchten, hat also einen Gesamtverbrauch von 1620 W und ist vergleichbar mit einem 4kW HMI. Der CRI liegt bei 98, die Leuchte ist ferngesteuert, dimmbar, die Farbtemperatur kann von 2800k bis 6000k eingestellt werden. Die LED-Leuchte wird oft für die Simulation von Sonnenauf- bzw. -untergängen eingesetzt.
 
REFLEKTOR-SYSTEME
 
Das System und der Einsatz von Reflektoren bieten ein hohes Zeit-, Energie- und finanzielles Einsparungspotential.
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HELIOSTATE
Heliostate sind Sonnenlicht-Lenkspiegel, die bereits in der Antike Verwendung fanden. Die Gebäudetechnik hat sie für seine Zwecke wiederentdeckt, aber das System lässt sich auch am Filmset verwenden. Das direkte Sonnenlicht wird gebündelt und ausgerichtet. Eine Software steuert die automatische Ausrichtung gemäß der Sonnenbewegung und kann die Neigung der Achsen, Verformungen durch das Eigengewicht der Spiegel und Veränderungen im Antrieb einbeziehen, um sichtbare Lichtveränderungen zu vermeiden. In Verbindung mit den unten genannten Reflektorsystemen kann das Tageslicht effektiv und kostensparend eingesetzt werden.
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SUNBOUNCE-SYSTEM
Als Beispiel kann das SUNBOUNCE-SYSTEM der Firma Sunbounce genannt werden. Es besteht aus einem patentierten, dreidimensionalen, zerlegbaren Rahmen aus Aluminium mit verschiedenen Screens bzw. Bespannungen: reflektierend, lichtdurchlässig, lichtabweisend oder lichtstrukturierend, die in verschiedenen Größen vorhanden sind. Die Rahmen sind sehr leicht, robust und passen in eine Tasche mit einem Durchmesser von 2 bis 3 Zoll (5 bis 8 cm) und einer maximalen Länge von ca. 135 cm. Zusätzlich dazu kann der SUN-MOVER genannt werden, mit dem man das Sonnenlicht wie einen Spotscheinwerfer bündeln oder streuen kann.
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ALANOD REFLEXIONSOBERFLÄCHEN
Die Firma Alanod hat reflektierende Materialien entwickelt, die das einfallende Licht zu annähernd 100 % weitergeben. Außerdem produziert Alanod Reflektoren, die das Licht in den unterschiedlichsten Graden und Formen bündeln oder streuen und damit ähnlich wie Scheinwerfer eingesetzt werden können.
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CINE REFLECT LIGHTING SYSTEM
Das CINE REFLECT LIGHTING SYSTEM (CRLS), entwickelt von Christiand Berger und Christian Bartenbach, wurde durch seine Oscar-Nominierung bekannt. Das System besteht aus einem speziell konstruierten Scheinwerfer (Pinibeam) und einem Set von Reflektoren (Paniflectors). Das Zusammenspiel von nur einem einzigen Scheinwerfer und den Reflektoren erzielt die gewünschte Lichtgestaltung. Vorteilhaft dabei ist, dass DarstellerInnen dadurch weniger geblendet werden, es entwickelt sich auch weniger abstrahlende Hitze, insgesamt werden weniger Scheinwerfer gebraucht. Zusammengenommen wirkt sich dies wiederum positiv auf den Zeit- und Kostenaufwand der Produktion aus.
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KFLECT REFLECT LIGHTING SYSTEM
Dem oben genannten CRLS steht das ähnliche, aber in einigen Punkten auch abweichende System KFLECT-RLS der Firma Kaczek Visuals gegenüber. Es zeichnet sich durch maximale Flexibilität in Kombination mit sparsam eingesetzten Lichtquellen am Set aus. Neben 17 verschiedenen Reflektoren stehen auch mehrere ›Ready-to-Go‹ Packages zur Miete bereit. Das System bietet Freiheit bei der Gestaltung von Lichtstimmungen und lässt sich zügig einrichten. Die sehr leichten Reflektoren brauchen zudem nur wenig Transportplatz und lassen sich auch am Set platzsparend auf vielfältige Weise einsetzen und montieren. In der Regel werden bei KFLECT speziell entwickelte Scheinwerfer (K-Beams) als Lichtquelle eingesetzt, das System funktioniert aber auch im Zusammenspiel mit anderen Lichtquellen.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – ELEKTROMOBILITÄT ÜBERBLICK
 
Elektromobilität umfasst all jene Fahrzeuge, die von einem Elektromotor angetrieben werden und ihre Energie überwiegend aus dem Stromnetz beziehen, also extern aufladbar sind. Dazu gehören: 1. ausschließlich batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge (BEV), 2. Elektrofahrzeuge mit einem kleinen Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung (Range Extender, REEV) und 3. am Stromnetz aufladbare Hybridfahrzeuge (PHEV), in denen sowohl ein E- als auch ein Verbrennungsmotor für den Antrieb sorgen. E-Mobilität mit erneuerbarer Energie ist ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung des Weltklimavertrages von Paris und dient als Schlüssel zur Erfüllung der nationalen und EU Vorgaben zur Luftqualität, der Emissionsbegrenzung sowie für die Energie- und Klimapakete 2020 und 2030 und von Strategien für eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Österreich will bis 2050 einen weitestgehend klimaneutralen Verkehrssektor erreichen. Das bedeutet neben der Verkehrsverlagerung, dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Förderung aktiver Mobilitätsformen auch den überwiegenden Umstieg auf Nullemissions-Fahrzeuge auf Basis erneuerbarer Energie im Straßenverkehr. Hierzu zählen insbesondere die Elektrifizierung des Straßenverkehrs, öffentlicher, Logistik- und Individualverkehr. Weltweit gibt es heute mehr als 1,2 Milliarden Kraftfahrzeuge - davon über 900 Millionen Pkws- die bis 2035 voraussichtlich auf 2 Milliarden anwachsen werden. Elektromobilität kann wesentlich dazu beitragen, die Umweltbelastungen des Verkehrs zu mindern. Sie ermöglicht es, zunehmend heimische, dauerhaft verfügbare Energie aus erneuerbaren Quellen an Stelle des knapper und teurer werdenden Erdöls im Verkehr einzusetzen.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – CO2 EMISSIONEN
 
Die zwei Grafiken zeigen die Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro Fahrzeugkilometer über den gesamten Lebenszyklus, in der ersten für ein Fahrzeug, das 2017 neu zugelassen wurde, in der zweiten für eines, das 2025 neu auf die Straße kommt.
credit | BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Deutschland
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – UMWELTBILANZ
 
Die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen ist nicht immer eindeutig. Sie gelten zwar als umweltfreundlich, da sie ohne fossile Brennstoffe fahren, doch muss man auch den Herstellungsprozess des Fahrzeugs und das Recycling des Akkus berücksichtigen. Und es ist spielt auch eine Rolle, woher der Strom, mit dem die Fahrzeuge aufgeladen werden, bezogen wird. In den vergangenen Jahren haben sich mit der Umweltbilanz von Elektroautos immer wieder verschiedene Forschungsgruppen auseinandergesetzt. Im Mai 2017 sorgte eine schwedische Studie für Aufsehen, die sich mit der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus befasste. Beim Bau des Akkus eines Tesla Model S, heißt es darin, entstehe so viel CO2, wie ein Benziner in acht Jahren Nutzung in die Atmosphäre entlässt. Eine Studie der Freien Universität Brüssel vom Oktober 2017 kommt dagegen zum Schluss, dass Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg schon heute deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen als Fahrzeuge, die Diesel tanken. Und das sei sogar dann der Fall, wenn sie in Ländern zugelassen sind, wo der Anteil von Kohlestrom besonders hoch sei. In Polen, so die Studie, liege der CO2-Ausstoß immerhin 25 Prozent niedriger als bei einem Diesel-Fahrzeug. Deutlich besser sei die Umweltbilanz zum Beispiel in Schweden, wo die CO2-Emission wegen des hohen Anteils an regenerativem Strom um 85 Prozent geringer ausfällt. In Folge wissenschaftlicher Fortschritte und des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien werde sich dieser Trend in Zukunft weiter verstärken.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – VOR- UND NACHTEILE
 
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VORTEILE
Strombetriebene Fahrzeuge produzieren keine Abgase, was zur Verbesserung der Luftqualität in Städten und der Gesundheit der Menschen beiträgt. Diesel-Fahrverbote würden damit obsolet. Ihr Antrieb ist verschleißarm, womit sich für den Motor eine höhere Lebensdauer und für den Fahrzeughalter geringere Wartungskosten ergeben. Elektroautos sind geräusch- und vibrationsarm, was die Lärmbelästigung reduziert und den Fahrkomfort für die Insassen erhöht. Der Elektromotor hat ein hohes Drehmoment, wodurch das Auto vom Start an sehr stark beschleunigen kann. Die Notwendigkeit eines Schaltgetriebes entfällt, so dass beim Fahren kein Gefühl der Unterbrechung entsteht, wie es der Fall ist, wenn beim Verbrennungsmotor geschaltet werden muss. Viele Fahrer von Elektroautos empfinden deren gleichmäßige Bewegung als äußerst angenehm. In Österreich wird Elektromobilität staatlich gefördert. So werden z. B. finanzielle Anreize für den Kauf eines Elektroautos geschaffen. Elektroautos werden meist über eine Wallbox bzw. Steckdose aufgeladen, was in der Regel günstiger ist als eine Tankfüllung Benzin bzw. Diesel. Vereinzelt gibt es öffentliche Stromtankstellen mit kostenlosem Strom. Der hohe Wirkungsgrad schon bei niedriger Last ist ein Vorzug des Elektromotors, der vor allem dem innerstädtischen Verkehr zugutekommt. Hinzu kommt die Rekuperation, bei der Bremsenergie zurückgewonnen wird. Die Leistungsentfaltung spricht klar für den Elektromotor. Er stellt nahezu sofort sein volles Drehmoment bereit, fährt ruckfrei an und beschleunigt schnell und konstant. Ein Verbrennungsmotor dagegen muss erst eine höhere Drehzahl erreichen, um das gewünschte Drehmoment zu bieten. Er erreicht sein maximales Drehmoment beispielsweise bei 3.000 Umdrehungen in der Minute. Danach fällt es wieder ab. Elektromotoren sind kompakt und leicht. Bei gleicher Leistung wiegt ein Benzinmotor fast viermal so viel. Doch was der Motor an Gewicht spart, machen die schweren Akkus leider wieder wett, so dass Elektroautos nicht signifikant leichter sind. Elektromotoren haben weniger Teile und der einfacher Aufbau macht sie vergleichsweise kostengünstig, verschleißarm, wartungsfreundlich und weniger reparaturanfällig. Mit einem Elektromotor fährt man leise und lokal abgasfrei. Die bessere Umweltbilanz ergibt sich durchs Fahren mit regenerativ erzeugtem Strom.
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NACHTEILE
Zwar stößt ein Elektroauto selbst keine Abgase aus, aber solange der verwendete Strom nicht komplett durch erneuerbare Energiequellen erzeugt wird, ist der Betrieb des Fahrzeugs nicht vollständig emissionsfrei. Denn wird der Strom etwa durch Kohleverbrennung gewonnen, entsteht natürlich trotzdem CO2, nur eben an anderer Stelle. (Bei der Nutzung des durchschnittlichen europäischen Strommixes verursacht der Betrieb eines Elektroautos allerdings insgesamt einen geringeren CO2-Ausstoß als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.) Die Herstellung, vor allem des Akkus, verursacht im Vergleich mit Benzin- und Dieselfahrzeugen mehr CO2 Emissionen. Die Entsorgung/das Recycling der Akkus ist nicht vollständig geklärt. Die Geräuscharmut der elektrisch betriebenen Autos kann die Gefahr von Unfällen steigern, wenn diese z. B. von Fußgängern nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Derzeit sind die Anschaffungskosten für Elektroautos trotz staatlicher Förderung meist höher als für vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Subventionierung der Elektromobilität in der Autoindustrie verringert nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen, die bereits jetzt häufig verstopft sind. Nach Ansicht der Kritiker wäre es sinnvoller, stattdessen Fahrradverkehr und öffentliche Verkehrsmittel zu fördern und so wieder mehr Platz auf den Straßen zu schaffen. Andernfalls droht bei weiterer Zunahme der Kraftfahrzeuge ein Verkehrsinfarkt. Wie bei Verbrennungsmotoren ist auch bei Elektromobilität die Reichweite begrenzt, bis ein Fahrzeug aufgeladen werden muss. Aktuell ist die mit einer Batterieladung zurücklegbare Fahrstrecke noch deutlich kürzer als mit einer Tankfüllung eines vergleichbaren Benziners bzw. Diesels. Für alltägliche Fahrten ist sie allerdings ausreichend. Um eine flächendeckende Nutzung der Elektromobilität zu ermöglichen, muss die Ladeinfrastruktur erheblich ausgebaut werden. Aktuell sind in Österreich gut 5000 Ladestationen vorhanden (Stand Januar 2020). Die Rohstoffe zur Herstellung der Batterien, die Elektroautos benötigen, sind selten und müssen zum Großteil importiert werden. Zudem erfolgt deren Förderung oftmals in politisch instabilen Ländern, was die Versorgung mit diesen Rohstoffen unsicher macht. Des Weiteren ist zu bedenken, dass ein Anstieg der Elektromobilität das Stromnetz stärker beansprucht. Auch hier sind also Investitionen notwendig, um den Ausbau voranzutreiben. Die Ladezeiten von Elektroautos sind hoch und während das Betanken eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, kann es je nach Stromleistung der Ladestation bis zu mehreren Stunden dauern, bis der Akku „voll“ ist. Bei einer haushaltsüblichen Steckdose mit einer Leistung von 3,3 kW nimmt das Aufladen einer 20 kWh-Batterie 6 bis 7 Stunden in Anspruch. Es existieren allerdings auch Schnellladeeinrichtungen mit einer Leistung von 50 kW, bei denen der Ladevorgang somit nur etwa eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Stromtankstellen mit 100-kW-Anschlüssen befinden sich bereits in der Entwicklung.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – AUFLADEN
 
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LADEN ZU HAUSE
Fast 90 Prozent der Elektrofahrzeuge werden zu Hause oder im Büro aufgeladen, denn das Laden zu Hause ist bequem und einfach. Haushaltssteckdosen sind jedoch nicht für das Zapfen großer Strommengen über einen längeren Zeitraum ausgelegt. Im Regelfall wird das als Notladefunktion bezeichnet. Aufgrund der niedrigen Spannung in der Steckdose dauert das Laden außerordentlich lange (bis zu 18 Stunden) und ist nicht ganz ungefährlich. Schlimmstenfalls kann es sogar zu einem Brand kommen. Es sollten eher geringe Ladeleistungen zum Einsatz kommen, d. h. maximal 11 Kilowatt, in den meisten Fällen reichen bereits 3,7 Kilowatt aus. Damit kann Ihr E-Auto über Nacht verlässlich und günstig wieder voll aufgeladen werden. Als Besitzer eines Elektroautos sollten Sie aber am besten über eine entsprechende, moderne Ladestation verfügen, beispielsweise eine Wallbox. Diese Ladestation kann relativ einfach einrichtet werden. Notwendig sind dafür ein eigener Autoabstellplatz auf Ihrem Grundstück und die Meldung an den zuständigen Energieversorger. Die Ladestation sollte mit einem FI-Schutzschalter Typ B abgesichert werden.
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LADEN UNTERWEGS
Der Ausbau öffentlicher Ladestationen und die Zunahme von Elektromobilität gehen Hand in Hand. Das österreichische Ladenetz umfasst derzeit rund 5.500 öffentliche Ladestationen, welche per App oder online gefunden werden können. Stationen mit Ladeleistungen von 3,7 bis zu 350 kW werden von verschiedenen Betreibern zu unterschiedlichen Tarifen angeboten. Mit einer Ladekarte oder der App eines Energieunternehmens erhalten Sie Zugang zur Ladesäule. Unter E-Roaming wird die Vernetzung verschiedener Anbieter verstanden, somit kann auch anbieterübergreifend Strom bezogen werden. E-Tankstellen-Finder des BEO (Bundesverband Elektromobilität Österreich)
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LADEN UNTERWEGS - KOSTEN
Die Kosten für das Aufladen des E-Autos hängen in erster Linie von den Strompreisen Ihres Anbieters ab. Bei privaten Stromtankstellenbetreibern gibt es mitunter spezielle Tarife, die sich nach monatlichem Verbrauch und Ladegeschwindigkeit richten. Beim österreichweit aktiven Stromtankstellenanbieter Smatrics beispielsweise zahlen Sie pro Lademinute bis zu 45 Cent. Vorausgesetzt Ihr E-Car kann eine Ladeleistung von 50 kW aufnehmen und hat einen Verbrauch von 10 kWh pro 100 km, würde Sie eine Ladung für 100 km hier 5,40 € kosten. Eine Formel, die Sie zur Berechnung der Stromkosten pro Kilometer verwenden können lautet wie folgt: Preis pro Minute x 60 / Ladeleistung in kW / Verbrauch pro Kilometer in kWh Preisübersicht: Smatrics Bis 11 kW: € 0,04/Minute Bis 22 kW: € 0,15/Minute Bis 50 kW: € 0,45/Minute TANKE Wien Energie 3,7 kW: € 0,84/Stunde 11 kW: € 2,40/Stunde 22 kW: € 4,80/Stunde 43 kW: € 9,60/Stunde 50 kW: € 9,60/Stunde 50 kW: € 9,60/Stunde
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LADEN UNTERWEGS - KOSTENLOSE LADESTELLEN
Österreichweit gibt es vereinzelt öffentliche Stromtankstellen, an denen kostenloses Laden möglich ist. Diese werden unter anderem von Firmen und Unternehmen wie A1, Spar, kika, den Wiener Linien oder McDonald's betrieben, um Umweltbewusstsein und Kundenfreundlichkeit zu demonstrieren.
Karte kostenloser Stromtankstellen in Europa
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – FÖRDERUNG IN ÖSTERREICH
 
Am Beginn des Jahres 2019 wurden in Österreich die Fördermittel für Elektromobilität überprüft und verstärkt. Auch 2020 wird hierzulande Förderung für E-Autos angeboten. Das Vorgehen der Politik hat sich hier in den vergangenen Jahren verändert. Inzwischen wird mit einem Volumen von 93 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre gearbeitet, sodass Fördermittel in großem Umfang ausgeschüttet werden können. In Österreich wird ein elektrisch betriebener PKW jetzt bis zu 3.000 Euro gefördert, was einer Reduktion der bisherigen Fördersumme von 4.000 Euro um 1.000 Euro entspricht. Wer als Privatperson ein E-Car anschaffen will und eine Förderung beantragen möchte, dessen Autokauf darf 50.000 Euro nicht übersteigen. Wer eine Ladestation bei sich zu Hause errichten will, kann jetzt davon profitieren, dass er statt 200 bis zu 600 Euro an Fördermitteln erhalten kann, wenn die Ladestation vor einem Mehrfamilienhaus installiert wird.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – STEUER UND VERSICHERUNG
 
Für E-Fahrzeuge fällt keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) an und es entfällt auch die motorbezogene Versicherungssteuer (Kfz-Steuer). Bei Privatnutzung hebt das Finanzamt keinen Sachbezug mehr an. Firmen können bis zu einem bestimmten Kaufwert den Vorsteuerabzug geltend machen und bis zu rund 6.600 Euro bei der Anschaffung sparen. Der Sachbezug entfällt, wenn das Dienstauto ein Elektroauto ist: Firmen ersparen sich pro Auto bis zu 2.000 Euro, DienstnehmerInnen bis zu 5.760 Euro jährlich.
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – MODELLE UND HERSTELLER
 
Die wichtigsten Angaben bei E-Autos sind Preis, Reichweite, Leistungsdaten in kW und die Höchstgeschwindigkeit. Folgende Hersteller bieten bisher Elektroautos an: Audi, BMW, Citroën, PSA, Honda, Hyundai, JAC, Jaguar, KIA, Mazda, Mercedes-Benz, Mini Cooper, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, SEAT, Skoda, Smart, Tesla, Volkswagen, Zhidou, BYD, Bdoto, Ford, Lucid, Mitsubishi, Sonomotors, Volvo
 
ELEKTROBETRIEBENE FAHRZEUGE – E-SCOOTER, E-BIKE & CO
 
In den letzten Jahren sind elektrisch betriebene Klein- und Miniroller (Elektro-Scooter) und E-Bikes zum beliebten Transportmittel geworden. Sie sind leise, umweltfreundlich, kostengünstig im Verbrauch und eine gute Lösung für kürzere Strecken, z.B. um am Filmset schnell und flexibel zu sein.
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E-SCOOTER, E-BIKE & CO – GESETZLICHE REGELUNGEN
Die 31. Novelle der StVO ist mit 1. Juni 2019 in Kraft getreten. Diese regelt unter anderem die richtige Verwendung und Ausstattung von E-Scootern im Straßenverkehr und gilt einheitlich für alle Bundesländer in Österreich. Alle wichtigen Infos und Vorschriften für die beliebten E-Scooter sind hier im Überblick zu finden. Elektrisch betriebene Klein- und Miniroller, also E-Scooter, zählen zu den Kleinfahrzeugen und dienen vorwiegend zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn. Bis zu einer Bauarthöchstgeschwindigkeit von max. 25 km/h bzw. einer Motorleistung von 600 Watt sind E-Scooter überall dort zulässig, wo auch das Radfahren erlaubt ist. Alle Verhaltensvorschriften die für RadfahrerInnen bzw. für E-Bikes gelten, gelten nun auch für NutzerInnen von E-Scootern. Alle Verkehrsflächen, die mit Fahrrädern befahren werden dürfen, sind somit auch für E-Scooter freigegeben. Für eine Zusammenfassung der gesetzlichen Regeln inklusive der Neuerungen, die ab 2020 gelten, besuchen Sie diesen Link:
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E-SCOOTER, E-BIKE & CO – FAHRZEUGTYPEN
Hier eine Auflistung verschiedener Fahrzeugtypen: E-Scooter, E-Fahrrad, E-Klapprad, E-Dreirad, E-Roller, E-Moped, E-Quad, Hoverboard, Mini-Segway, Self Balance Scooter, E-Board, Self Balance Board.
 
GASBETRIEBENE FAHRZEUGE – ÜBERBLICK CNG/LNG UND LPG
 
Die folgende Grafik veranschaulicht den grundlegenden Unterschied zwischen CNG/LNG und LPG. CNG bedeutet Compressed Natural Gas und ist Erd- bzw. Biogas. LNG ist die Abkürzung für Liquid Natural Gas und wird als Flüssigerdgas bezeichnet. LPG, Liquefied Petroleum Gas, wird auch als Flüssig- oder Autogas bezeichnet.
credit | Magazin Die Autoseiten | Infografik
 
CNG – COMPRESSED NATURAL GAS
 
CNG = Compressed Natural Gas = Erdgas/Biogas
Erdgas wird zu den sogenannten „alternativen Kraftstoffen“ gezählt. Es verursacht weniger Treibhausgase als Benzin oder Diesel und ist unter den fossilen Treibstoffen das umweltfreundlichste. Erdgas/CNG (Compressed Natural Gas) wird mit einem Druck von ca. 200 bar in Druckbehältern mitgeführt und in Benzinmotoren verbrannt. Die Einheit der Bemessung von Erdgas erfolgt im Gegensatz zu Benzin oder Diesel in Kilogramm (kg).
Umweltfreundlicher Kraftstoff: Der Hauptgrund für eine staatliche Förderung von Erdgas liegt in dessen geringerer Umweltbelastung, da der Ausstoß an klimaschädlichem CO2 bis zu 18 Prozent niedriger als bei anderen Kraftstoffen ist und kaum Stickoxide oder Feinstaub an die Luft abgegeben werden. Das ist besonders im Vergleich zu Diesel ein großer Vorteil. Wenn Bio-Erdgas beigemischt wird, verbessert sich die Umweltbilanz des Kraftstoffs noch einmal deutlich. So verringert sich der CO2-Ausstoß bei 20 Prozent Bio-Erdgas-Anteil um 35 Prozent gegenüber Benzin. Das Biogas wird aus landwirtschaftlichen Reststoffen und biologischem Abfall gewonnen und soll in Zukunft einen höheren Prozentsatz des Erdgases ausmachen. Durch einen höheren Bioanteil entstehen keine weiteren technischen Anforderungen an ein Erdgasfahrzeug.
 
CNG – VOR- & NACHTEILE
 
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VORTEILE
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Geringere Umweltbelastung: Erdgasautos emittieren keine Feinstaub- und Rußpartikel, auch andere Emissionen sind vergleichsweise gering.
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Günstiger Kraftstoff: Die Treibstoffkosten sinken bei Erdgasfahrzeugen im Vergleich zu Fahrzeugen mit herkömmlichen Kraftstoffen um rund 50 Prozent.
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Zuschüsse: Förderungen bei Neukauf und Vergünstigungen beim Tanken. Manche Kfz-Versicherungen gewähren Umweltrabatt.
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Erdgas ist im Gegensatz zu Autogas (Propangas, Flüssiggas) leichter als Luft und entweicht immer nach oben. Daher stellt das Parken von Erdgasfahrzeugen in Tiefgaragen keine Gefahr dar und ist gestattet.
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NACHTEILE
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Eingeschränkte Fahrzeugauswahl,
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Neufahrzeuge sind teurer als Benziner/Diesel und
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weniger Tankstellen
 
CNG – TANKEN
 
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HOHES SICHERHEITSNIVEAU
Die Betankung von CNG-Fahrzeugen erfolgt auf hohem Sicherheitsniveau. Sobald der Tankanschluss der Zapfsäule korrekt mit dem Tank des Erdgasfahrzeuges verriegelt ist, strömt das Gas aus dem Speicher in den Tank des Autos, genauso schnell und unkompliziert wie bei Benzin oder Diesel. Die Bemessung von Erdgas erfolgt im Gegensatz zu Benzin oder Diesel in Kilogramm (kg).
Tankstellen in Niederösterreich und Wien:
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ERDGASPREISE RICHTIG VERGLEICHEN
Mitunter entsteht Verwirrung, weil Erdgas in Kilogramm und nicht wie konventionelle Kraftstoffe in Litern berechnet wird. Ein direkter Vergleich der Preise ist nicht sinnvoll, weil der Energiegehalt von 1 kg Erdgas höher ist als jener eines Liters Benzin.
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ENERGIEGEHALT DER KRAFTSTOFFE IM ÜBERBLICK
Kraftstoff: Energiegehalt: Erdgas (CNG) 13,3 kWh pro Kilogramm Diesel 9,9 kWh pro Liter Benzin 8,6 kWh pro Liter Autogas (LPG) 6,8 kWh pro Liter
Damit entsprechen etwa 1,5 Liter Benzin dem Energiegehalt von 1 Kilogramm Erdgas. Bei Autogas liegt der Wert bei circa 1,9 und bei Diesel bei rund 1,3 Litern. Zudem besitzt Erdgas sehr gute Verbrennungseigenschaften, es erreicht mit 130 Oktan den höchsten Wert aller Kraftstoffe, bei Super-Benzin liegt er bei 95 und bei Autogas bei 110 Oktan.
 
CNG – FÖRDERUNGEN IN ÖSTERREICH
 
Im Sinne des Klimaschutzes werden in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Steiermark (Graz) und Burgenland Förderungen für Erdgasfahrzeuge bereitgestellt (Stand August 2019). Ab Mitte Juni 2019 gibt es einen Bonus für die ersten 1000 Käufer eines Gasautos der Marken Audi, ŠKODA, SEAT, VW und VW Nutzfahrzeuge: Sie dürfen ein Jahr gratis bei allen CNG-Tankstellen der OMV tanken. Die Förderungen sind sehr unterschiedlich und gelten manchmal nur für eine einzige Gemeinde (Kommunalförderung) oder erfolgen in Form von Naturalien (Erdgas). Darüber hinaus gibt es Zuschüsse oder Rabatte, die von Energiekonzernen, Fahrzeugherstellern oder Versicherungsunternehmen angeboten werden. Vor dem Kauf eines Erdgasfahrzeuges ist es ratsam, sich bei der zuständigen Stelle des Bundeslandes, der Gemeinde, beim jeweiligen Energieversorger sowie Fahrzeughersteller und Versicherungsunternehmen nach etwaigen Förderungen zu erkundigen. credit | www.erdgasautos.at
 
CNG – KFZ-VERSICHERUNG
 
Grundsätzlich wird die Kfz-Versicherung genauso berechnet wie für Benziner oder Dieselautos, manche Versicherungen bieten jedoch Vergünstigungen für Autos mit Gasantrieb. Die Versicherungsgesellschaften Wiener Städtische und Uniqa bringen neue Rabatte für Autos mit alternativen Antrieben auf den Markt. Auch Allianz und Generali bieten einen vergünstigten Tarif. Wer eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließt, kann so bis zu 30 Prozent der Prämie sparen. credit | Trend
 
CNG – FRAGEN & ANTWORTEN
 
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IST DAS GEFÜHL AM LENKRAD DASSELBE?
Erdgasautos klingen wie normale Benziner und fahren sich auch genauso. Auf den Erdgasantrieb weisen lediglich eine zweite Tankuhr im Instrumentenfeld und der zweite Einfüllstutzen für CNG unter dem Tankdeckel hin.
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KANN MAN NUR IM ERDGASANTRIEB FAHREN?
Ein Erdgasauto ist dann sinnvoll, wenn möglichst alle Strecken mit Erdgas zurückgelegt werden. CNG-Fahrzeuge besitzen zwar einen speziell umgerüsteten Benzinmotor, der aber alleine mit komprimiertem Erdgas fährt. Zur Verbrennung im Motor wird also neben dem Erdgas kein zusätzliches Benzin beigemischt.
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KANN MAN MIT LEEREM GASTANK WEITERFAHREN?
Jedes Erdgasautos besitzt einen zweiten Tank mit Benzin. Ist das Erdgas aufgebraucht, schaltet das Fahrzeug automatisch auf Benzin um. Das Umschalten verursacht keinerlei Fahrtunterbrechung. Die/der Fahrer/in wird vom Bordcomputer wie bei einem Diesel/Benziner über den leeren CNG-Tank informiert.
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IST DER BENZINTANK LEDIGLICH EIN RESERVETANK?
Es gibt mono- und bivalente Erdgasantriebe. Monovalent bedeutet, dass das Erdgasauto dafür vorgesehen ist, möglichst im CNG-Betrieb gefahren zu werden. Der Motor wurde für den CNG-Kraftstoff optimiert, er verbraucht also weniger CNG und ist leistungsstärker als ein bivalenter Antrieb. Bei monovalenten Erdgasautos ist der Benzintank maximal 15 Liter groß und als Reserve gedacht, um die nächste Erdgastankstelle anzusteuern. Der Vorteil bivalenter Erdgasautos ist deren maximale Reichweite. Mit einem bis zu 50 Liter fassenden Benzintank schaffen Erdgasfahrzeuge 1.300 km am Stück.
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ERDGAS IM AUSLAND ZU TANKEN IST SCHWER?
CNG kann in ganz Europa problemlos betankt werden. Erdgasautos besitzen einen Universal-Füllstutzen.
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VERBRAUCHEN ERDGASAUTOS IM BENZINBETRIEB MEHR?
Ja. Erdgasautos sind aufgrund des Umbaus rund 150 kg schwerer als normale Benziner. Fahren Sie ein Erdgasauto mit Benzin, verbrauchen Sie deshalb auch mehr Sprit.
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MÜSSEN ERDGASAUTOS IMMER BENZIN AN BORD HABEN?
Ja. Selbst wenn alle Wege mit Erdgas zurückgelegt werden, müssen immer ein paar Liter Super im Tank sein. Denn fürs Starten des Motors bei sehr kalten Temperaturen oder unmittelbar nach der Betankung mit Erdgas greift das System kurzzeitig auf Benzin zurück.
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SIND CNG-FAHRZEUGE UMNWELTSCHONENDER?
Ja. Erdgasautos produzieren ungefähr ein Viertel weniger CO2 als vergleichbare Benziner und gut zwei Drittel weniger Stickoxide. Außerdem produzieren CNG-Autos nahezu keinen Feinstaub. Mit Biogas lässt sich die Treibhausgasemission, also die Well-to-Wheel-Bilanz eines Fahrzeugs, um 97 Prozent senken.
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SIND ERDGAS-FAHRZEUGE WARTUNGSAUFWENDIGER?
Nein. In ihrer mechanischen Funktion unterscheiden sich Gasfahrzeuge nicht von herkömmlichen Fahrzeugen. Der Verschleiß etwa von Zündkerzen oder Filtern ist nicht höher. Der einzige Unterschied zu normalen Benzinern: Die Dichtheit der Gasanlage muss vor jeder TÜV-Untersuchung geprüft werden.
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IST DER GASTANK SICHER?
Die zusätzlichen Prüfungen vor der Hauptuntersuchung sind den hohen Sicherheitsstandards für CNG-Fahrzeuge geschuldet. Gastanks werden nach den höchsten Branchenstandards konstruiert, gefertigt und zertifiziert. Die Tanks für Gas sind außerdem mit einem Sicherheitsventil ausgestattet. Sollte das Fahrzeug brennen, wird das Erdgas auf kontrollierte Weise an die Außenluft abgegeben.
credit | www.firmenauto.de
 
LNG – LIQUEFIED NATURAL GAS
 
Als Flüssigerdgas (Abkürzung LNG für englisch „Liquefied Natural Gas“ oder GNL für französisch „Gaz Naturel Liquéfié“) wird durch Abkühlung auf -161 bis -164 °C (112 bis 109 K) verflüssigtes aufbereitetes Erdgas bezeichnet. LNG weist nur etwa ein Sechshundertstel des Volumens von gasförmigem Erdgas auf. Besonders hinsichtlich Transport und Lagerung hat LNG/GNL große Vorteile. Technisch verliert das Erdgas so seine Eigenschaft der Leitungsgebundenheit und kann daher als spezielles Flüssiggut in besonderen Transportbehältern, idealerweise geeignet ausgeführten Dewargefäßen, auf der Straße, Schiene oder dem Wasser transportiert werden. Bislang spielte diese Art der Beförderung lediglich eine untergeordnete Rolle, da insbesondere der Energiebedarf für die aufwändige Verflüssigung bei etwa 10 bis 25 Prozent des Energieinhaltes des Gases liegt. Die Transportwirtschaftlichkeitsgrenze von verflüssigtem Erdgas liegt bei etwa 2500 km, darunter ist der Transport per Erdgas-Pipeline als verdichtetes Erdgas (CNG/Compressed Natural Gas) energetisch wirtschaftlicher. credit | www.erdgasautos.at
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MIT LNG FÜR EINE SAUBERE MOBILITÄT BEI NUTZFAHRZEUGEN
Die LNG-Taskforce hat dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (BMVI), Dr. Gerhard Schulz, Empfehlungen überreicht, wie die Verbreitung von Flüssigerdgas (LNG) im Straßengüterverkehr beschleunigt werden kann, denn emissionsarme Kraftstoffe wie LNG und vor allem erneuerbares LNG (Bio-LNG) werden dringend benötigt, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Die Taskforce empfiehlt unter anderem eine langfristige Energiesteuerdifferenzierung auf Basis klimarelevanter Emissionen, eine Mautreduzierung auch für LNG-Lkw sowie staatliche Unterstützung beim Aufbau der ersten Tankstelleninfrastruktur. Ebenfalls wichtig ist eine politische Zielsetzung bezüglich LNG-Fahrzeugen und -Infrastruktur, die das Vertrauen zugunsten von Investitionsentscheidungen stärkt. Schwerlastverkehr Auch im Schwerlastverkehr spielt LNG eine zunehmend wichtigere Rolle. Der europäische Vorreiter in diesem Segment ist die Firma Iveco, die bis Ende des Jahres 2018 bereits 1.800 derartige Lkw auf europäischen Straßen im Einsatz haben will, Ende 2017 waren es rund 800. Aktuell planen auch Scania und Volvo in den neuen Markt einzusteigen und haben bereits LNG-Motoren präsentiert. Eines der größten Probleme, dem sich LNG als Lkw-Kraftstoff gegenübersieht, ist die fehlende flächendeckende Infrastruktur für die Betankung. 2016 gab es in Deutschland lediglich zwei LNG-Tankstellen. Die EU und die EFTA-Staaten kamen gemeinsam insgesamt auf 101 solcher Tankstellen. Eine weitere, die Ende 2017 in Österreich eröffnet hat, stand im Mai 2018 vor der Schließung, weil staatliche Unterstützung fehlte. Schiffsverkehr Gerade in der Schifffahrt gewinnt die Nutzung von LNG als Kraftstoff zum Antrieb von Verbrennungsmotoren an Bedeutung. Gerade bei Flüssiggastankern, die LNG transportieren, bietet sich das an. Inzwischen wird der Vorteil aber auch bei der Nutzung in anderen Schiffstypen gesehen. Allerdings sind dafür Bunkerstationen, in denen LNG zur Verfügung steht, in Häfen erforderlich. Im Jahr 2015 gab es zwei Containerschiffe, deren Maschinen ausschließlich mit LNG betrieben wurden. credit | wikipedia.org
 
LPG – LIQUEFIED PETROLEUM GAS
 
LPG = Autogas, besser bekannt als Flüssiggas oder auch unter der englischen Abkürzung LPG (Liquefied Petroleum Gas)
Autogas (LPG) ist ein Raffinerieprodukt und kein natürliches Erdgas. Die Energieform LPG eignet sich für viele Anwendungsgebiete: So wird Autogas im Haushalt für Heizung und Wärmeaufbereitung, ebenso in der Industrie für alle Wärmeprozesse eingesetzt. LPG wird flüssig (mit 5-15 bar) gespeichert und ist schwerer als Luft. Es sinkt zu Boden, daher dürfen diese Fahrzeuge nicht in Garagen geparkt werden. Die CO2 Bilanz ist schlechter als für CNG.
Eine der prägnantesten Eigenschaften von Autogas ist seine hohe Klopffestigkeit von über 100 ROZ. Autogas kann aus Propan, Butan oder einer Mischung beider bestehen. Es gibt verschiedene Mischungsverhältnisse, die je nach Jahreszeit angeboten werden. Erfreuliche CO2-Bilanz Autogasfahrzeuge leisten einen effektiven Beitrag, durch den Straßenverkehr hervorgerufene Umweltbelastungen zu reduzieren. Die Verbrennung von Autogas verursacht keinen Ruß und produziert 15% weniger vom Treibhausgas CO2 als Benzinfahrzeuge. Autogas ist heute schon ein zukunfts- und versorgungssicherer Kraftstoff. credit | autogasösterreich.at
Verbrennungsmotoren werden zunehmend mit Autogas betrieben. Dank des relativ hohen Energiepotenzials eignet sich Autogas als Kraftstoff ebenso gut wie Benzin, Diesel oder Erdgas. Alle Autogas Vorteile auf einen Blick:
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Ein Liter Autogas kostet derzeit nur rund 70 Cent.
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Fahrzeuge mit LPG-Anlagen sind ebenso sicher wie Benzin- und Dieselfahrzeuge.
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Umgebaute Fahrzeuge ermöglichen größere Reichweiten, da neben Autogas auch Benzin weiterhin zum Fahren genutzt werden kann.
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Umrüstung des Fahrzeuges ist durch relativ kurze Amortisationszeit vergleichsweise günstig.
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Umweltschonenderes Fahren durch geringeren Schadstoffausstoßes beim Verbrennen von Flüssiggas.
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Gut ausgebautes Autogas-Tankstellennetz, daher ist es fast überall möglich, Autogas zu tanken.
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Der Motor läuft ruhiger und leiser während der Fahrt mit Flüssiggas.
 
FACTS & FIGURES
 
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TEMPERATURANSTIEG IN ÖSTERREICH VON 1901 - 2018
Jeder Streifen repräsentiert die Durchschnittstemperatur eines Jahres. Die Farbveränderung von vorwiegend blau in vorwiegend rot veranschaulicht den Anstieg der Durchschnittstemperatur in Österreich von ca. 2 Grad Celsius seit Beginn der Industrialisierung.
© credits | Berkeley Earth | Umweltbundesamt Österreich
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GLOBALE ERDERWÄRMUNG VON 1900 - 2016
Globale Temperaturanomalien geordnet nach Ländern in den Jahren 1900 - 2016 laut NASA GISS Surface-Daten. Das NASA Goddard Institute for Space Studies, an der Columbia University in New York City, ist Bestandteil der Abteilung für Erd-Sonne-Beobachtung am Goddard Space Flight Center sowie des Earth Institute. Das GISS konzentriert sich besonders auf Forschung zur globalen Erwärmung.
Video licence | Antti Lipponen(@anttilip)
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ÖKOLOGISCHER FUßABDRUCK DES FILMS NACH GENRES
Die Spielfilmsparten Komödie und Drama erzeugen am meisten Tonnen CO2 pro Stunde Laufzeit. International gedrehte Dokumentarfilme emittieren weniger als 10T CO2 pro Stunde Laufzeit, Produktionen für Nachrichtensendungen und Unterhaltungsshows nur maximal bis zu 5T CO2 pro Stunde Laufzeit. Die Sektoren Produktionsbüro und Transporte mit Unterbringung sind die am stärksten emittierenden Bereiche in der Herstellung pro Stunde Laufzeit sind. credits | BAFTA | Albert Sustainability Consortium | 2014
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DURCHSCHNITT DER CO2-EMISSIONEN IN EUROPA
Jährlicher Durchschnittsausstoß jede/r EU-Bürger/in pro Jahr sind 9T CO2. Deutschland liegt mit 11,5T über dem Durchschnitt. Österreich mit 9,7T knapp darunter. Zum Vergleich: die Pro-Kopf-Jahresemission in Indien beträgt 1,6T. Rechnet man die erlaubte Gesamtmenge der CO2-Emissionen auf den einzelnen Menschen um, würde jede(r) ein ›klimaverträgliches Jahresbudget‹ von lediglich 2,3T CO2 erhalten. credits | UBA | EEA - Europäische Umweltagentur 2019
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GLOBALER CO2-ANSTIEG VON 1999 BIS 2018
Der globale CO2-Anstieg von 1999 bis 2018 beträgt insgesamt 3,9% mit Prognose von zusätzlichen 0,6% CO2-Ausstoß bis 2019. Das sind insgesamt weit über 35GiT CO2, die global im Jahr emittiert werden. Für das Erreichen des 1,5-Grad Celsius-Zieles des Pariser Abkommens müssten die THG-Emissionen bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf netto-null sinken. credit | Global Carbon Project 2019
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DIE STÄRKSTEN SCHADSTOFF-EMITTIERENDEN PRODUKTIONSBEREICHE
Das größte CO2-Einsparungspotential liegt in dem Segment Mobilität mit 28% gefolgt von Bau-Materialien und Postproduktion laut Jahresbericht des VAF 2015. credits | Vlams Audiovisuell Fonds | e-Mission year report 2015
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HOT-SPOTS IN DER CO2-EMISSION PRO PRODUKTIONSBEREICH
credits | BAFTA | Albert Consortium ›Year One Report‹ 2012
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DER UNTERSCHIED ZWISCHEN CNG/LNG und LPG-FAHRZEUGEN
Diese Grafik veranschaulicht den grundlegenden Unterschied zwischen CNG/LNG und LPG. CNG bedeutet Compressed Natural Gas, es handelt sich um Erdgas bzw. Biogas. LPG bedeutet Liquefied Petroleum Gas, es wird auch als Flüssiggas oder Autogas bezeichnet.
credit | Magazin Die Autoseiten | Infografik